USA
Wegen drei Frauen: Trumps Privatleben vor Gericht

Drei Frauen gehen juristisch gegen US-Präsident Donald Trump vor. Eine Geschichte über Porno-Darstellerinnen, Playmates und Jungunternehmerinnen.

Renzo Ruf, Washington
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Der Präsident, ein Porno-Star (Stormy Daniels, oben rechts), ein Playboy-Bunny (Karen McDougal, unten rechts) und eine Unternehmerin (Summer Zervos, unten links): Donald Trump wird mit früheren Episoden seines Lebens konfrontiert.

Der Präsident, ein Porno-Star (Stormy Daniels, oben rechts), ein Playboy-Bunny (Karen McDougal, unten rechts) und eine Unternehmerin (Summer Zervos, unten links): Donald Trump wird mit früheren Episoden seines Lebens konfrontiert.

Getty/Rts/Shutterstock

Alte Frauengeschichten sorgen im Weissen Haus für Aufregung. Am kommenden Sonntag will die ehemalige Porno-Darstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichen Namen Stephanie Clifford heisst, auf dem Fernsehsender CBS erstmals umfassend Auskunft über eine aussereheliche Affäre mit dem heutigen Präsidenten geben. Mit dem Interview in der renommierten Nachrichtensendung «60 Minutes» nimmt die heute 39-Jährige in Kauf, dass sie wegen der Verletzung einer Verschwiegenheitserklärung – die sie im Herbst 2016, kurz vor der Präsidentenwahl, gegen die Bezahlung von 130'000 Dollar unterzeichnet hatte – vor Gericht gezogen wird. Dies könnte Daniels teuer zu stehen kommen: Für jede Verletzung des Abkommens muss sie eine Million Dollar bezahlen.

Bereits haben die Anwälte von Donald Trump (71) mehr als 20 Verstösse gegen den Geist des Vertrages gezählt. Daniels Anwalt Michael Avenatti stellt sich allerdings auf den Standpunkt, dass die Schweigevereinbarung rechtlich nicht bindend sei; im Namen seiner Klientin hat er deshalb eine entsprechende Feststellungsklage vor einem Gericht in Kalifornien eingereicht. Derweil sagte Stormy Daniels, sie wolle ihre Geschichte erzählen, weil Trump über die zwölf Jahre alte Affäre gelogen und sie bedroht habe. Zudem habe Trump Gesetze gebrochen, um die sexuelle Beziehung mit ihr zu vertuschen.

Klage laut Gericht zulässig

Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass eine weitere alte Flamme des heutigen Präsidenten eine Klage eingereicht hat. Karen McDougal, ein Ex-«Playboy»-Model, will eine Vereinbarung mit einer Klatschpublikation für null und nichtig erklären lassen, die sie 2016 gegen die Bezahlung von 150'000 Dollar unterzeichnet hatte. Bei der Publikation handelte es sich um den «National Enquirer», der von der Firma American Media kontrolliert wird. An der Spitze des Medienhauses steht David Pecker, einer der wenigen engen Freunde von Donald Trump.

McDougal wirft American Media vor, ihr die Unwahrheit über den Vertrag gesagt zu haben. Während die heute 46-jährige McDougal der Meinung gewesen sei, das Medienhaus sei an ihrer Geschichte über die Affäre mit Trump, die sich 2006 und 2007 abgespielt haben soll, interessiert, habe American Media sie mit der Übertragung der Exklusivrechte bloss zum Schweigen bringen wollen. Denn das Blatt half im Wahlkampf 2016 Trump.

Und als wäre dies noch nicht genug: Eine Richterin in New York entschied am Dienstag, dass eine Klage wegen sexueller Belästigung gegen Trump zulässig ist. Bei der Klägerin handelt es sich um Summer Zervos, die einst in der Fernsehserie «The Apprentice» von Donald Trump eine Rolle als Jungunternehmerin gespielt hatte. Zervos wirft Trump vor, sie verleumdet zu haben, nachdem sie im Wahlkampf 2016 öffentlich darüber gesprochen hatte, wie Trump sie sexuell belästig habe. Richterin Jennifer Schecter hielt in ihrem Urteil fest, dass Zivilklagen gegen den Präsidenten zulässig seien, sofern sich die Klagen auf dessen Privatleben beschränkten.

Trump und seine Anwälte haben angekündigt, sich bis in letzter Instanz gegen die Klägerinnen zu wehren.