Chemiewaffen
WHO: Bei Angriff in Syrien wurde Nervenkampfstoff freigesetzt

Nach dem mutmasslichen Giftgas-Angriff in Syrien geht die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass bei dem Vorfall Nervenkampfstoff freigesetzt wurde. Wie die WHO mitteilte, zeigten die Opfer typische Symptome, die bei Kontakt mit Chemiewaffen auftreten.

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Beim jüngsten Giftgas-Angriff kamen 72 Menschen ums Leben, darunter auch Kinder.
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Giftgas-Angriff in Syrien
Bereits 2013 wurden östlich der Hauptstadt Damaskus bei Angriffen mit Giftgas rund 1400 Menschen getötet. (Archiv)

Beim jüngsten Giftgas-Angriff kamen 72 Menschen ums Leben, darunter auch Kinder.

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Bei einigen Opfern deuten die Symptome demnach auf den Einsatz "phosphororganischer Chemikalien" hin, zu denen auch die sogenannten Nervenkampfstoffe gehören.

Für den Einsatz von Chemiewaffen spricht nach Angaben der WHO auch, dass die Opfer keine äusserlichen Verletzungen aufwiesen. Stattdessen seien bei den Betroffenen schnell ähnliche Symptome aufgetreten. Die häufigste Todesursache sei akute Atemnot gewesen.

Am Dienstag waren Aktivisten zufolge in der nordwestlichen Provinz Idlib durch Giftgas mindestens 72 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder und 17 Frauen.

In Chan Scheichun in der syrischen Provinz Idlib sind laut Aktivisten mindestens 87 Zivilisten bei einem Luftangriff mit Giftgas getötet worden.
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Die regierungskritische Aktivistenpruppe Idlib Medien Center stellt diese Fotos zur Verfügung. Es zeigt die Opfer des Angriffs.
Ein Opfer erhält medizinische Hilfe.
Die Anzahl der Toten wurde laufend nach oben korrigiert.
Giftgas-Angriff in Chan Scheichun
Eingewickelte Leichen nach dem Angriff vom 3. April auf das Zivilistengebiet von Douma in Syrien.

In Chan Scheichun in der syrischen Provinz Idlib sind laut Aktivisten mindestens 87 Zivilisten bei einem Luftangriff mit Giftgas getötet worden.

STRINGER

Opposition wirft Russland Lüge vor

Der Syrien-Verbündete Russland bestreitet, dass die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad selbst Giftgas eingesetzt hat. Vielmehr habe die syrische Luftwaffe ein von Rebellen genutztes Lager mit Giftstoffen getroffen.

Die syrische Opposition wies Russlands Angaben zurück. Bei der Aussage handle es sich um eine "Lüge", sagte der Vize-Chef des Oppositionsbündnisses Syrische Nationale Koalition, Abd al-Hakim Baschar, am Mittwoch in Istanbul. Er sprach von einem "Massaker", für das er die syrische Regierung verantwortlich machte.

Syriens Präsident Baschar al-Assad müsse wegen Kriegsverbrechen vor ein Straftribunal gestellt werden, forderte Baschar. Syriens Regime sei für die Syrer eine grössere Bedrohung als extremistische Gruppen wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida.