Demonstrationen in Libyen
Wie Gaddafi sein Volk vor Demonstrationen abhalten will

Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi hat Angst vor einem ähnlichen Schicksal, das Mubarak in Ägypten blüht. Mit SMS und Prügel versucht Gaddafi, seinen Untertanen die Protestlust zu nehmen.

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Keystone

Die offenen Demonstrationen in Tunesien und Ägypten haben Muammar al-Gaddafi ziemlich überrumpelt. Seit Wochen überlegt er sich, wie er die für den kommenden 17. Februar angekündigten Demonstrationen am besten neutralisieren kann.

Die «Bewegung des 17. Februars» hat für jenen Tag zu Demonstrationen in ganz Libyen aufgerufen - der Tag erinnert an die brutale Zerschlagung einer Demonstration in Benghasi von 2006.

Gaddafi schickt darum massenhaft SMS an seine Untergebenen, ihn am 17. Februar mit Pro-Demonstrationen zu unterstützen.

Aber auch die Peitsche vergisst Gaddafi nicht.

So steckte er den Führer der Opposition Jamal Al Hajji ins Gefängnis - doch mit wenig Erfolg: Seine Anhänger sind aktiver denn je. «Africa Confidential» berichtet, dass vor drei Tagen in der Stadt Zawiya Zivilpolizisten diverse Häuser und Autos in Brand steckten. Gemäss «Africa Confidential» war dafür Gaddafis Schwager und Sicherheitschef Abdallah Senoussi verantwortlich.

Immer wieder drohte Gaddafi in den letzten Tagen bei Ansprachen, er werde jedem Stammesfürsten die Subventionen streichen, der Anti-Gaddafi-Demonstrationen unterstütze.