«Wir haben Projekte in weiteren Zielmärkten in Planung.»

Die Luzerner Hotelfachschule arbeitet mit der Academy of Culinary Arts Cambodia (ACAC) von Pierre Tami zusammen. Die Direktorin Christa Augsburger erzählt, wie ihre Schule von der Zusammenarbeit profitiert.

Gabriela Jordan
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Christa Augsburger, Direktorin der Hotelfachschule Luzern (Bild: Corinne Glanzmann, 19. Februar 2018)

Christa Augsburger, Direktorin der Hotelfachschule Luzern (Bild: Corinne Glanzmann, 19. Februar 2018)

Die Schweizerische Hotelfachschule Luzern (SHL) ist Partnerin der im März 2017 eröffneten Academy of Culinary Arts Cambodia (ACAC) in Phnom Penh. Direktorin Christa Augsburger erklärt, was die SHL dabei tut und inwiefern sie von der Zusammenarbeit profitiert.

Christa Augsburger, die SHL ist in verschiedene Bildungsprojekte im Ausland involviert. Was sprach für die Partnerschaft mit der ACAC?

Auf der einen Seite ist ACAC ein seriöser Partner mit einer soliden Finanzierung durch die UNO und durch Schweden. Die beiden finanzieren das Projekt der Stiftung shift360 mit Sitz in Zug, die für die Kochschule verantwortlich ist. Auf der anderen Seite hat uns fasziniert, dass man sich im internationalen Raum immer bewusster wird, wie wichtig die Berufsausbildung ist und dass der akademische Weg allein nicht immer funktioniert. Das Projekt hat uns deshalb gefallen, und wir entschieden uns, unsere Expertise zur Verfügung zu stellen.

Wie gestaltet sich die Partnerschaft? Sprich, was tun Sie in Kambodscha?

Die Partnerschaft hat verschiedene Komponenten. Zu Beginn haben wir geholfen, die Kochschule zu planen und aufzubauen. Dafür, wie eine Küche für Profi-Köche aussehen soll, gibt es recht klare Vorgaben. Danach haben wir den ganzen Bildungsweg zusammengestellt, den wir in Anlehnung an die Schweizer Kochausbildung auf zwei Jahre heruntergebrochen haben. Seit die Kochschule in Betrieb ist, schicken wir regelmässig unsere Praktikanten nach Phnom Penh, wo sie bei der Ausbildung der Schüler Unterstützung leisten. Zweimal pro Jahr sind wir ausserdem vor Ort, um zu prüfen, ob die Qualität mit unseren Ansprüchen übereinstimmt und wir mit unserem Namen dahinterstehen können.

Dann waren Sie auch schon dort?

Ja, letztes Jahr, kurz nach der Eröffnung. Am meisten beeindruckt hat mich, wie man sich in Kambodscha mit mühsamen Kleinigkeiten abfinden muss – zum Beispiel, wenn es mal wieder keinen Strom gibt, der in einer Küche aber recht wichtig wäre. Die Landsleute gehen mit solchen Problemen mit einer unglaublichen Gelassenheit um, von der wir Schweizer uns eine Scheibe abschneiden könnten.

Wie steht es um die finanzielle Unterstützung der Kochschule?

Von der SHL fliessen keine Gelder an die ACAC. Unsere Unterstützung findet vor allem in Form von Know-how-Transfer statt. Auch versuchen wir, das Projekt in anderen Bereichen zu unterstützen, sei es personell oder materiell. So haben wir zum Beispiel Schul- und Restaurantmöbel zur Verfügung gestellt und waren Gastgeber und Sponsor des Gala-Dinners an der SHL Mitte September.

Was genau springt durch die Partnerschaft für die SHL heraus?

Wir wollen uns auch international positionieren und ab dem nächsten Schuljahr ein Programm auf Englisch anbieten. Wenn wir uns mit guten Projekten einen Namen schaffen können, hilft uns das in unserer Wahrnehmung im Ausland.

Die SHL ist auch in anderen Ländern wie Myanmar oder Lombok aktiv. Sind weitere Projekte in Sicht?

Projekte mit einem sozialen Aspekt laufen momentan auch in Lombok und in Mazedonien. Zudem haben wir Projekte für den Aufbau von Ausbildungsinstitutionen in weiteren interessanten Zielmärkten wie China in Planung.