Orlando-Massaker

«Wir waren zusammen in einigen Schwulenbars»: War der Orlando-Todesschütze selbst homosexuell?

War das Attentat auf den Schwulen-Club Pulse in Orlando ein Akt des Selbsthasses? Schilderungen von Personen aus Homosexuellen-Kreisen rücken das Bild des islamistisch indoktrinierten und homophoben Attentäters in ein neues Licht.

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Angriff auf Gay-Lokal
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Attentäter Omar Mateen wurde laut Augenzeugen wiederholt in dem Club in Orlando gesichtet, in dem er später dutzende Menschen tötete. (Archivbild)
Stand unter Beobachtung des FBI: Der mutmassliche Attentäter von Orlando, Omar Mateen. (Archivbild)
Der mutmassliche Täter: Der 29-jährige Omar Mateen. Twitter
Omar Mateen. key

Angriff auf Gay-Lokal

Keystone

Wie verschiedene Medien unter Berufung auf Augenzeugen berichten, nutzte Omar Mateen nicht nur die Schwulen-Dating-App Jack'd, er war auch regelmässiger Gast im Pulse. «Manchmal sass er einfach nur in der Ecke und trank für sich alleine. Manchmal war er aber auch so betrunken, dass er laut und streitlustig wurde», erinnert sich ein Puls-Gast an den Attentäter, der am frühen Sonntagmorgen in dem Schwulenclub 53 Menschen erschossen hatte.

Ein anderer Besucher des Gay-Clubs, Kevin West, der mit Omar Mateen auf der Dating-App Jack'd seit einem Jahr befreundet war, sah den Todesschützen am Abend vor der Tat – zum ersten Mal ausserhalb der Dating-App: «Er lief direkt an mir vorbei. Ich grüsste ihn, sagte ‹Hey›. Er grüsste zurück.» West ist sich sicher, dass es sich um Mateen handelte. «Ich vergesse nie ein Gesicht», so der Ex-Navy-Mann gegenüber der Washington Post. «Nach dem Attentat ging ich auf den Polizeiposten und zeigte den Beamten das Jack'd-Profil von Omar.»

Die Schilderungen decken sich mit denjenigen von mindestens drei anderen Zeugen, die Omar Mateen ebenfalls zuvor schon im Club gesehen haben wollen. Mateen sei meist alleine unterwegs gewesen, habe wenig geredet. Er erinnere sich daran, dass der 29-Jährige von seinem Vater gesprochen habe, so ein regelmässiger Pulse-Gast. «Mateen erzählte uns auch, dass er Frau und Kind habe.»

Ein ehemaliger Klassenkamerad am Indian River Community College sagte der Palm Beach Post, Mateen habe ihn einmal ausgeführt. «Wir waren zusammen in einigen Schwulenbars. Aber ich war damals in einer Beziehung, deshalb wurde nichts draus.» Mateen habe sich im Umgang mit Menschen immer extrem unbeholfen angestellt, erinnert sich der ehemalige Mitschüler. «Niemand mochte ihn so richtig.»

Mit den Ermittlungen betraute Behörden sagten, Berichte, wonach Mateen auf Dating-Apps unterwegs gewesen sei und das Pulse regelmässig besucht habe, würden überprüft. (wst)

Trauerfeier in der Zürcher Predigerkirche
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Weltweite Solidarität mit den Opfern von Orlando
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