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«Wir werden dieses Land verändern»

Dominik Weingartner, Berlin

AfD Es ist der Moment, auf den die AfD-Anhänger lange sehnsüchtig gewartet haben. Um 18 Uhr verkünden ARD und ZDF die ersten Hochrechnungen für die Bundestagswahl 2017. Im Traffic Club in Berlin beim Alexanderplatz, wo die Alternative für Deutschland ihre Wahlparty feiert, herrscht grenzenloser Jubel, als ZDF-Moderatorin Bettina Schausten die Prognosen für die AfD verliest. 13 Prozent sagen diese der Rechtsaussenpartei zu diesem Zeitpunkt voraus. Die AfD ist damit die drittstärkste Kraft im deutschen Parlament.

Ein gigantischer Erfolg für die junge Partei – und eine historische Zäsur für Deutschland. Seit 1961 hat es im Bundestag keine Partei rechts der Union gegeben. Damit ist es jetzt vorbei. Und der Anspruch der AfD ist es ganz klar, den Debatten im Parlament den Stempel aufzudrücken. «Wir werden sie jagen», sagt Spitzenkandidat Alexander Gauland kurz nach 18 Uhr in seiner Ansprache. «Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen, und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen», ruft Gauland in den Saal. Er spricht von einem «grossen Tag in unserer Parteiengeschichte. Wir haben es geschafft. Wir werden dieses Land verändern.» Gleichzeitig kündigte er einen Strategiewechsel an. Gauland rief die Parteimitglieder dazu auf, «bitte keine Sprüche» zu machen, «die uns später auf die Füsse fallen werden». Denn man werde alles daran setzen, die AfD «in irgendwelche rechten Ecken zu drängen». Das sind erstaunliche Worte für einen Politiker, der im Wahlkampf gerne provozierte und jüngst erklärte, dass Deutschland stolz sein könne auf die Leistungen der Wehrmacht in zwei Weltkriegen.

Co-Spitzenkandidatin Alice Weidel nahm die künftigen Abgeordneten der Partei ebenfalls in die Pflicht. «Nehmen sie dieses Amt mit Demut an», sagte sie. Weidel kündigte eine «konstruktive ­Oppositionspolitik» an. Und sie machte klar, dass die Partei eines ihrer zentralen Wahlkampfversprechen einlösen wolle: «Wir werden einen Untersuchungsausschuss Angela Merkel initiieren, der sich dezidiert mit den Rechtsbrüchen der letzten Jahre beschäftigen wird.» Damit meint Weidel die Eurorettung sowie die Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge im Herbst 2015. Vor dem Traffic Club demonstrierten bis zum späten Abend mehrere hundert Personen gegen die AfD. Auf Widerstand muss sich die Partei auch im Bundestag einstellen.

Dominik Weingartner, Berlin

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