Dänemark unter Schock
«Wir werden unsere Demokratie verteidigen»

Nach den Attentaten in Kopenhagen, bei der zwei Menschen getötet wurden, zeigt sich die dänische Regierung kampfbereit. Man werde die Demokratie verteidigen, sagte die dänische Ministerpräsidentin helle Thorning-Schmidt.

Merken
Drucken
Teilen
Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt an einer Medienkonferenz.

Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt an einer Medienkonferenz.

Keystone

Dänemark will sich nicht von den Terroranschlägen in Kopenhagen einschüchtern lassen. "Es gibt viele Fragen, die die Polizei noch beantworten muss", sagte Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt am Sonntag bei einer Pressekonferenz. "Aber es gibt eine Antwort, die wir heute schon geben können. Und die lautet, dass wir unsere Demokratie verteidigen werden."

Dänemark habe einige Stunden erlebt, die das Land nicht vergessen werde. "Wir wissen nicht, was die Motive für die Attacken waren, aber wir wissen, dass es Kräfte gibt, die Dänemark schaden wollen, die unsere Meinungsfreiheit und unseren Glauben an Freiheit zerstören wollen", sagte Thorning-Schmidt.

Bei zwei Anschlägen auf ein Kulturcafé und eine Synagoge in der dänischen Hauptstadt waren zwei Menschen getötet und fünf verletzt worden, bevor die Polizei den mutmasslichen Attentäter am frühen Sonntagmorgen erschoss.

Solidarität mit jüdischer Gemeinde

Die Ministerpräsidentin brachte ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zum Ausdruck. "Die jüdische Gemeinde ist ein wichtiger Teil von Dänemark. Ihr steht nicht alleine da", sagte sie.

Zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als Reaktion auf die Anschläge in Dänemark die Juden in Europa zur Auswanderung in den jüdischen Staat aufgerufen. "Juden wurden auf europäischem Boden ermordet, nur weil sie Juden waren", sagte Netanjahu am Sonntag während einer Kabinettssitzung in Jerusalem. "Diese Terrorwelle wird weitergehen."

Er wende sich an die Juden in Europa: "Israel ist eure Heimstätte." Auf die Anschläge in Paris im Januar, bei denen auch vier Juden getötet worden waren, hatte Netanjahu bereits mit einem ähnlichen Aufruf reagiert.

Strenge Sicherheitskontrollen in Kopenhagen
15 Bilder
Passanten legen Blumen vor der Synagoge nieder
Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt an einer Medienkonferenz
Drei Verletzte bei Schiesserei an Konferenz zu Meinungsfreiheit in Kopenhagen
Forensiker am Tatort
Die dänische Polizei hat den mutmasslichen Attentäter erschossen
Der oberste Rabbi Dänemarks und der Präsident der jüdischen Gemeinschaft an einer Medienkonferenz am Sonntag
Die dänische Polizei sichert das Gelände
Deutsche Polizisten kontrollieren ein Fahrzeug an der deutsch-dänischen Grenze
Drei Polizisten wurden bei der Schiesserei verletzt.
Die Schüsse fielen bei einer Veranstaltung über Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit.
Nach den mutmasslich zwei Tätern wird auf Hochtouren gefahndet.
Auch der schwedische Mohammed-Karikaturist Lars Vilks nahm an der Konferenz teil.
Ob die Tat einen religiös motivierten Hintergrund hat, kann noch nicht gesagt werden.
Die Täter schossen von aussen auf das Gebäude.

Strenge Sicherheitskontrollen in Kopenhagen

Keystone