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Gipfeltreffen auf ehemaliger Pirateninsel: Wo Trump und Kim reden werden

Die Sicherheitsprobleme für das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un löst Singapur auf pragmatische Weise: Es lagert den Gipfel auf eine ehemalige Pirateninsel aus.
Ulrike Putz, Singapur
Die Insel Sentosa ist der Innenstadt Singapurs vorgelagert und nur über die Strassenbrücke erreichbar. (Bild: Nicky Loh/Bloomberg (2. Juli 2015))

Die Insel Sentosa ist der Innenstadt Singapurs vorgelagert und nur über die Strassenbrücke erreichbar. (Bild: Nicky Loh/Bloomberg (2. Juli 2015))

Im Capella-Hotel in Singapur herrscht an diesem Mittwoch eifrige Geschäftigkeit: Die Fassade des kolonialen Hauptgebäudes der Fünf-Sterne-Herberge wird frisch geweisselt, Gärtnertrupps trimmen die tropische Vegetation. Ein Hotelmanager führt eine Gruppe amerikanischer Anzugsträger herum und erläutert, welches der beste Ort für ein intimes Abendessen für zehn Personen sei: Vermutlich das chinesische Restaurant, denn dort gebe es runde Tische, an denen alle Gäste gleichberechtigt nebeneinandersitzen könnten.

Es gibt noch viele Details zu klären, bevor Singapur am kommenden Dienstag Schauplatz des historischen Treffens zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und Nordkoreas Jung-Diktator Kim Jong Un werden wird. Doch trotz der langen To-Do-Liste ist von Nervosität wenig zu spüren: Der reiche Stadtstaat hat Erfahrung damit, Gastgeber von delikaten Begegnungen zu sein. Auch dank Singapurs diplomatischem Geschick waren zwei hiesige Treffen von China und Taiwan von Erfolg gekrönt.

Getrennt voneinander ­untergebracht

Das Capella-Hotel wurde wegen Sicherheitsaspekten als Treffpunkt festgelegt. Es liegt auf der der Innenstadt Singapurs vorgelagerten Insel Sentosa. Sentosa ist das malaysische Wort für Friede, Ruhe, Harmonie. Ein gutes Omen für das Treffen, das die Feindschaft zwischen den USA und Nordkorea abbauen soll. Doch ähnlich bewegt wie die Beziehung beider Länder ist die Geschichte der Insel. Als sie noch als Piratenstützpunkt diente, war sie als Pulau Belakan Mati verschrien: der Ort, an dem «der Tod von hinten kommt».

Während des Zweiten Weltkriegs exekutierten die Japaner unter Sentosas Palmen Tausende chinesischstämmige Singapurer. In den 1970er-Jahren wurde das Eiland dann generalüberholt und dient den 5,5 Millionen Singapurern seitdem als Naherholungsgebiet. Doch die mit importiertem Sand verschönerten Strände, die Themenparks und der Weltklasse-Golfplatz werden in den kommenden Tagen verwaist liegen: An der einzigen Brücke, die Sentosa mit dem Festland verbindet, herrschen ab sofort strenge Sicherheitskontrollen. Passieren darf nur, wer relevant ist.

Das Protokoll sieht vor, dass die Staatschefs nicht in dem Hotel wohnen, in dem sie tagen, und auch getrennt voneinander untergebracht sind – nicht, dass man sich zufällig auf dem Flur begegnet. Also sind im Zentrum zwei weitere Fünf-Sterne-Häuser gebucht und die Singapurer gewarnt worden, dass der Verkehr zwischen Innenstadt und Sentosa bis zur Abreise der Gäste immer wieder zum Stillstand kommen wird. Auch der Flugverkehr von und nach Singapur wird in Mitleidenschaft gezogen werden. Und dann sind da noch die Kosten: Weil Nordkorea kein Geld hat, wird Singapur die Rechnung für den Aufenthalt Kims und seiner Entourage übernehmen müssen. Die Einheimischen tragen es mit Fassung und erhoffen sich einen Prestigegewinn für ihr Land, das als Konsum-Mekka und erster Finanzplatz Asiens den Ruf geniesst, etwas langweilig zu sein. Um den kurzen Moment im Fokus der Weltöffentlichkeit gebührend zu feiern, kredenzen Bars schon jetzt Cocktails in USA- und Nordkorea-Farben. Andere bieten Gipfel-Gerichte, bei denen amerikanisches Rindersteak mit dem in Korea heissgeliebten Kimchi – eine Art scharfes Sauerkraut – serviert wird.

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