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Zehn Ermittlungsverfahren wegen Zeigens von Hitlergruss in Chemnitz

Im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Aufmarsch in Chemnitz am Montagabend sind laut der Polizei bislang 43 Strafanzeigen gestellt worden. Nach neuesten Erkenntnissen forderten die Krawalle rund 20 Verletzte.
Inmitten des ausländerfeindlichen Mobs hebt ein Mann seinen Arm zum Hitlergruss. (Bild: Sean Gallup/Getty Images (Chemnitz, 27. August 2018))

Inmitten des ausländerfeindlichen Mobs hebt ein Mann seinen Arm zum Hitlergruss. (Bild: Sean Gallup/Getty Images (Chemnitz, 27. August 2018))

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken am Montagabend in Chemnitz sind laut offiziellen Angaben 18 Demonstranten und zwei Polizisten verletzt worden. Zudem wurden bislang 43 Strafanzeigen unter anderem wegen Zeigens des Hitlergrusses, Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Verstössen gegen das Versammlungsgesetz gestellt, wie die Polizei Chemnitz am Dienstag mitteilte.

Insgesamt beteiligten sich demnach rund 6000 Menschen an der Demonstration der rechten Bürgerbewegung Pro Chemnitz - ihnen gegenüber standen laut Polizei rund 1500 Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum.

Die Polizei war mit knapp 600 Beamten im Einsatz und versuchte, unter anderem durch das Auffahren von Wasserwerfern oder den Einsatz von Pfefferspray beide Lager zu trennen. Dennoch kam es bei den Kundgebungen mehrfach zu Zusammenstössen, es flogen von beiden Seiten jeweils Feuerwerkskörper und Flaschen, wie die Polizei berichtete.

Auch wurden Anhänger der Gegenseite direkt angegriffen. 35 Vermummte errichteten aus Stühlen und Tischen eine Barrikade, die die Polizei unter Einsatz von Pfefferspray räumte. Ein Polizeihelikopter wurde während des Einsatzes von Unbekannten von zwei verschiedenen Seiten mit Laserpointern geblendet.

Ein Polizeisprecher hatte am Montagabend eingeräumt, dass die Polizei nicht mit dieser Zahl an Demonstranten gerechnet habe. Aufgrund "offensichtlich bundesweiter Mobilisierung" sei die Zahl der Demonstranten deutlich höher gewesen. Dennoch geht die Polizeiführung davon aus, dass die Versammlungsfreiheit und die Sicherheit der Teilnehmer "weitgehend" gewährleistet worden sei.

Bereits am Sonntag hatte es in Chemnitz Ausschreitungen und rechte Stimmungsmache gegeben, nachdem bei einem Stadtfest ein 35-jähriger Deutscher getötet worden war. Zwei junge Männer aus Syrien und Afghanistan sitzen deswegen seit Montag in Untersuchungshaft.

Tatverdächtige handelten nicht in Notwehr

Die Staatsanwaltschaft ein Handeln der beiden Tatverdächtigen zum Selbstschutz ausgeschlossen. "Nach dem bisherigen Erkenntnisstand bestand keine Notwehrlage für die beiden Täter", teilte eine Sprecherin am Dienstag schriftlich mit. Der 35-Jährige Deutsche war am Sonntag durch Messerstiche so schwer verletzt worden, dass er kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Gegen die beiden Tatverdächtigen aus Syrien und dem Irak wurde Haftbefehl erlassen. Ihnen wird gemeinschaftlicher Totschlag vorgeworfen.

Details zum Tathergang, bei dem zwei weitere Deutsche zum Teil schwer verletzt wurden, gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. (sda/afp/dpa)

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