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Zehn Jahre Kosovo: Es gibt wenig zu feiern

Korrespondent Rudolf Gruber über das zehnjährige Bestehen vom Kosovo.
Rudolf Gruber, Wien
Rudolf Gruber. (Bild: LZ)

Rudolf Gruber. (Bild: LZ)

In der Erweiterungsperspektive, welche die EU-Kommission sechs Balkanländern eröffnet hat, ist der Kosovo nur nachrangig erwähnt. Obwohl Brüssel die Eigenstaatlichkeit massiv unterstützt, wird der Kosovo just im zehnten Jahr der Unabhängigkeit wie ein lästiges Anhängsel behandelt. Dabei ist er das komplizierteste Problem aus der Ära des untergegangenen Jugoslawien.

Gewiss, Brüssel muss Rücksicht nehmen auf die Empfindlich­keiten Serbiens, das sich als Regionalmacht auf dem Balkan versteht, ohne die es weder Stabilität noch Frieden geben kann. Aber es wird langsam Zeit, den Belgrader Macht­habern klarzumachen, dass Serbien ohne staatliche Anerkennung Kosovos nicht EU-Mitglied werden kann. Bislang versteckt Brüssel diese Forderung in der nebulosen Formel «Normalisierung der Beziehungen». Mehr Druck könnte nicht schaden.

Aber auch die politische Führung in Pristina treibt ihr Spiel mit Europa: Der Reformprozess, der den Kosovo zu einem Rechtsstaat machen soll, kam in den zehn Jahren Unabhängigkeit kaum voran. Die EU-Vertreter vor Ort haben längst resigniert, während sich Brüssel in Ermahnungsritualen erschöpft. Dabei ist klar: Die Machthaber fürchten Reformen als Gefahr für ihr mafioses Clan-System, in dem sie sich eingerichtet haben, während die Bevölkerung zunehmend verarmt und die Jugend kaum Chancen auf Bildung und Arbeit vorfindet.

Zum Feiern gibt es im Kosovo zum zehnten Jahrestag an diesem Wochenende wahrlich wenig. Umso grösser ist die Gefahr von Rückschlägen: Das Schlagwort vom «Pulverfass Balkan» geistert bereits wieder herum.

Rudolf Gruber, Wien

ausland@luzernerzeitung.ch

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