Nordkorea
Zerfleischung von Kims Onkel wegen chinesischem Satiriker erfunden?

Die Meldung, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un seinen Onkel den Hunden zum Frass vorgeworfen hat, ging um die Welt. Es soll jedoch ein Irrtum sein: Ein Internetsatiriker zeigte die Hunde-Hinrichtung.

Roman Michel
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Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un

Keystone

«Ein Rudel von 120 ausgehungerten Hunden hat Jang Song-taek bei lebendigem Leibe gefressen», meldete der «Wen wei Po», eine Boulevardzeitung aus Hongkong, kurz vor Weihnachten.

Damit nicht genug: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un habe seinen Onkel zusammen mit fünf Mitarbeitenden den Hunden zum Frass vorgeworfen. Eine Stunde soll Jong-un mit rund 300 Offiziellen zugeschaut haben, bis von den sechs Männern gar nichts mehr übrig blieb. Diese Geschichte ging um die Welt.

Nun berichtet der «Tagesanzeiger» aber, dass der widerliche Bericht aber nur erfunden sei. Um Ursprung würde der chinesische Internetsatiriker Choi Seongho stehen, der sich schon öfters über Nordkorea lustig gemacht hat.

Er hat auf seinem Blog nach Jang Song-taek's Hinrichtung Kim und einen zähnefletschenden Hund abgebildet. Die Hinrichtung sei von der «Wen Wie Po» erfunden worden. Das Blatt habe Seongho's Satire als fast wörtliche Meldung übernommen.