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Ägyptischer Zoo lockt mit falschen Zebras

Weil für den neuen Zoo in Kairo offenbar keine echten Zebras zur Hand waren, lackierten Angestellte kurzerhand zwei heimische Esel um. Das Beweisbild eines Studenten sorgt nun im Netz für Spott und Häme.
Martin Gehlen, Tunis
Mahmoud A. Sarhan zeigt eines der bemalten Tiere. (Bild: Facebook)

Mahmoud A. Sarhan zeigt eines der bemalten Tiere. (Bild: Facebook)

Nichts ist unmöglich in Umm el Dounia, der Mutter aller Nationen. Ägypten inszeniert sich gerne als Vorbild für die Welt – warum also nicht auch für die Tierwelt. Weil für den neuen Zoo im Internationalen Garten von Kairo offenbar keine echten Zebras zur Hand waren, lackierten Angestellte kurzerhand zwei heimische Esel zu den fotogenen Steppentieren um. Die schwarzen Streifen auf dem Fell gelangen ihnen zwar nicht so akkurat wie beim Original, dafür vollendeten die Graffiti-Künstler ihr Werk mit ein paar Klecksen im Gesicht und einem breiten Strich quer über das Maul.

Als kürzlich der 18-jährige Besucher Mahmoud A. Sarhan dieses neue Fellkostüm entdeckte und ein Foto mit einem der Tiere auf Facebook stellte, waren Hohn und Spott im ägyptischen Cyberspace gross. Er selbst habe eine künstlerische Ader und verstehe etwas von Malerei, erklärte der Student, aber diese Arbeit sei einfach lächerlich. «Der Esel ist doch ein Spion», schrieb ein Nutzer unter den inzwischen 7500-mal geteilten Eintrag. «Unser guter Esel – überall einsetzbar im Dienste der Nation», kommentierte ein anderer. «Ja so sind wir, das grosse ägyptische Volk.»

Zoochef Mohamed Sultan, ein ehemaliger General, der seit Februar diese Jahres in dem neuen Gehege an der Abbas El-Akkad Strasse in Nasr City das Kommando hat, kann die ganze Aufregung dagegen nicht verstehen. «Das sind echte Zebras und keine Tiere von hier», beschied er im Lokalradio knapp einem skeptischen Interviewer. Über die viel zu langen Ohren seiner Zebras und die wegen der Hitze allmählich verschwindenden schwarzen Felllinien mochte er allerdings nicht reden.

Vom Zoo in Gaza-Stadt abgeguckt

Gemäss seinen Ausführungen stammen sämtliche Tiere vom grossen Bruder, dem im 19. Jahrhundert errichteten Zoo in Giza, der sich einst mit den Stadttierparks von London und Berlin messen konnte. Inzwischen liegt dessen Ruf allerdings im Argen. 2004 warf ihn der Weltverband für Zoos und Aquarien (Waza) raus, weil die Tiere zu wenig Auslauf hatten und schlecht versorgt wurden. Elefanten waren angekettet, Löwen kreisten neurotisch in ihren engen Käfigen. Eine junge Giraffe strangulierte sich in ihrem Gehege, nachdem sie ständig von Besuchern belästigt und attackiert worden war. «Giza Zoo – Park oder Gefängnis?», titelte damals eine Kairoer Zeitung.

Allerdings ist der Esel-Zebra-Trick in der arabischen Welt auch nicht ganz neu. Vor einigen Jahren bemalte der Zoo in Gaza-Stadt bereits zwei der störrischen Lasttiere mit schwarzen Streifen, weil sich wegen der israelischen und ägyptischen Blockade keine echten Tiere importieren liessen. Der palästinensische Zoodirektor machte jedoch keinen Hehl daraus. «Ich wollte den Kindern nur mal zeigen, wie das Leben ausserhalb von Gaza aussieht», begründete dieser seine Aktion.

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