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Zweite Chance für Österreich

Das rechtskonservative Bündnis in Österreich ist rund 18 Monate nach dem Start schon wieder am Ende.
Rudolf Gruber, Wien
Rudolf Gruber.

Rudolf Gruber.

Sebastian Kurz ist vor zwei Jahren mit Tamtam zum jüngsten Regierungschef Europas aufgestiegen. Jetzt liegt die rechtskonservative Koalition, die mit viel Reformanspruch angetreten war, in Scherben. Einer der Gründe: Kurz hat ignoriert, dass er mit einer demokratie- und europafeindlichen Partei regiert. Er versuchte, die Unvereinbarkeiten zwischen ÖVP und FPÖ mit Polit-Marketing und jugendlichem Charme zu überblenden. Damit ist er gescheitert.

Der Ibiza-Skandal, mit dem sich FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache selbst und die Partei entmachtete, bietet Kurz eine zweite Chance. Seine Beliebtheitswerte sind intakt, er bleibt für die Neuwahl im Herbst der klare Favorit. Die Schwäche der Opposition kann er zusätzlich nutzen: Der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner fehlt Charisma, viele enttäuschte FPÖ-Wähler werden nach dem Strache-Debakel zur Kurz-ÖVP wechseln. Einzig die liberale Neos und die Grünen können mit Gewinnen rechnen. Allerdings verspürt kaum eine dieser Parteien Lust, mit Kurz zu koalieren.

Auch seine eigene Partei ist skeptischer geworden: Seine jugendliche Machtarroganz stiess in den letzten Monaten in der ÖVP auf wachsenden Widerstand. Kurz wird beweisen müssen, dass er nicht nur ein Marketingkanzler ist, sondern auch staatsmännisches Format hat.

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