Zwischenfälle auf Filmsets
Der Schiessunfall von Alec Baldwin weckt Erinnerungen an den Tod von Brandon Lee – und an einen Zwischenfall in der Schweiz

Immer wieder kommt es beim Drehen von Hollywood-Streifen zu Unfällen. Einige enden tödlich. Eine Zusammenstellung.

Renzo Ruf, Washington
Drucken
Teilen
Bei einem Dreh soll Alec Baldwin versehentlich mit einer Requisitenwaffe eine Kamerafrau angeschossen haben. Sie erlag ihren Verletzungen.

Bei einem Dreh soll Alec Baldwin versehentlich mit einer Requisitenwaffe eine Kamerafrau angeschossen haben. Sie erlag ihren Verletzungen.

Keystone (Archiv)

Der Tod von Brandon Lee

Beim Drehen des Fantasy-Filmes «The Crow» (auf Deutsch: «The Crow – Die Krähe») starb 1993 Brandon Lee, der Sohn des legendären Kampfkünstlers Bruce Lee. Der Schauspieler Michael Massee erschoss ihn aus der Distanz von 5 bis 6 Metern mit einer Waffe, in der sich eigentlich bloss Platzpatronen hätten befinden sollen. Lee starb an inneren Blutungen, nachdem er von einem Geschoss im Bauch getroffen worden war.

Die Polizei stellte später fest, dass sich noch Überreste einer echten Patrone, die für eine zuvor aufgenommene Filmszene mit der Pistole verwendet worden war, in der Waffe befunden hätten. Der lokale Staatsanwalt in Wilmington (North Carolina) verzichtete nach umfassenden Ermittlungen darauf, Anklage gegen die Produktionsfirma zu erheben. Massee wiederum zog sich ein Jahr aus dem Filmgeschäft zurück.

Drei Tote beim Dreh von «Twilight Zone: The Movie»

An diesen Episodenfilm erinnert sich Steven Spielberg, Produzent und Regisseur, nicht gerne – obwohl er doch ein Fan der legendären TV-Serie «Twillight Zone» (auf Deutsch: «Unheimliche Schattenlichter») war, auf der dieser Film beruhte.

Mit ein Grund: Beim Filmen der Episode von Regisseur John Landis ereignete sich im Juli 1982 in Kalifornien ein tödlicher Helikopter-Unfall, bei dem zwei Kinder und Schauspieler Vic Morrow starben. Der Helikopter war zuvor, auch auf Anweisung von Landis, sehr tief geflogen, um eine Verfolgungsjagd zu simulieren. Und obwohl ein Kameramann den Regisseur auf die Gefährlichkeit dieser Szene hingewiesen hatte, wies Landis den Helikopter-Piloten an, noch tiefer zu fliegen, als künstliche Explosionen gezündet wurden.

Später stellte sich heraus, dass die beiden Kinder illegal gearbeitet hatten. Landis und eine Reihe von weiteren Verantwortlichen wurden 1987 nach einem langen Prozess freigesprochen.

Tod eines Stuntmans beim Dreh von «The Expendables 2»

Beim Filmen der Fortsetzung des Action-Hits «The Expendables» in Bulgarien wurde im Oktober 2011 ein Stuntman getötet. Ein weiteres Double zog sich schwere Verletzungen zu. Später warf die Familie des getöteten Stuntmans Kun Liu, einem 26 Jahre alten Chinesen, der Produktionsfirma vor, beim Drehen der Szene mit einem Schlauchboot nicht vorsichtig genug vorgegangen zu sein.

Die Stars des Action-Streifens – Sylvester Stallone, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger – entschieden sich schliesslich, den Film dem verstorbenen Stuntman zu widmen. «Es ist nie einfach», sagte Stallone, wenn jemand beim Drehen eines Filmes sterbe.

Michael J. Fox überlebte «Zurück in die Zukunft 3» fast nicht

Im dritten Teil von «Zurück in die Zukunft» wird Marty McFly, gespielt von Michael J. Fox, fast von seinem legendären Widersacher Buford Tannen zu Tode gewürgt. Nur dank einem gezielten Schuss von Doc Brown (Christopher Llyod) kommt Marty frei. Beim Filmen dieser Szene, die sich im Wilden Westen abspielte, setzte der Super-Star Fox kein Double ein, weil er darauf vertraute, dass er dank einem Trick ausreichend Luft bekommen würde.

Es kam anders: Die Schlinge zog sich um seinen Hals zu, und er verlor das Bewusstsein, wie er später in einem Buch schrieb. Der Regisseur Bob Zemeckis habe den Dreh umgehend abgebrochen, weil er bemerkt habe, «dass selbst ich nicht ein derart guter Schauspieler war», sagte Fox später. Es war dies nicht der erste Unfall am Set der «Zurück in die Zukunft»-Serie. Beim Drehen von Teil 2 war eine Stuntfrau schwer verletzt worden.

Dylan O'Brien verunfallte beim Dreh von «Maze Runner»

Fast hätte der Jungstar den letzten Teil der «Maze Runner»-Triologie nicht überlebt. 2016, beim Dreh in Kanada, wurde er von einem Stuntauto überfahren. Seine Verletzungen waren derart schwer, dass die Dreharbeiten mehrere Monate lang unterbrochen werden mussten.

Über den Unfall mag der heute 30 Jahre alte Schauspieler noch heute nicht sprechen. «Es gibt eine oder zwei Personen, die versucht haben, mehr herauszufinden, aber ich will das nicht», sagte er einer Entertainment-Publikation vor einigen Jahren.

Der Zwischenfall in einer Bar in Rapperswil-Jona

Im Januar 2020 drehte der Filmproduzent Peter Organ, der in der Schweiz aufwuchs, in der Boomerang Bar in Rapperswil-Jona Filmszenen mit einer Pump-Action. Dabei lief «etwas schief», wie er später dem «Blick» sagte. Obwohl Organ Platzpatronen einsetzte, wurden eine Schauspielerin und ein Statist mittelschwer verletzt.

Eine dritte Person zog sich leichte Verletzungen zu. Im Gespräch mit lokalen Medien sagte Organ, er sei unschuldig. Entweder habe das deutsche Waffengeschäft, aus dem die Waffen stammten, etwas falsch interpretiert «oder die Knallpatronen waren fehlerhaft».

Waffenexperte zum tödlichen Baldwin-Unfall:

CH Media Video Unit

Aktuelle Nachrichten