16. WORLD BAND FESTIVAL LUZERN: Das KKL gehört jetzt den Blasmusik-Kapellen

Eben noch spielten am Lucerne Festival Weltklasse-Orchester im KKL. Und schon startet die Parade der weltweit besten Orchester, Ensembles, Dirigenten und Solisten der Blasmusik-Szene.

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«Die Fortschritte erfolgen rasant und markant», sagt Dirigent Sandro Blank. Bild: Bruno Arnold (Näfels, 10. Oktober 2016)

«Die Fortschritte erfolgen rasant und markant», sagt Dirigent Sandro Blank. Bild: Bruno Arnold (Näfels, 10. Oktober 2016)

Erstmals erschien 1999 im Konzertsaal des eben eröffneten, vom Pariser Stararchitekten Jean Nouvel erbauten KKL das World Band Festival Luzern, und seither geben sich während acht Tagen Ende September regelmässig die besten Formationen ein Stelldichein. Jährlich konnten die Publikumszahlen gesteigert werden. Im letzten Jahr glänzte das international bedeutendste Festival für Blasmusik mit einer Auslastung von rund 90 Prozent und 20 000 Besuchern.

Fortsetzung der Erfolgsstory

Auch jetzt wieder versprechen die Zahlen des Vorverkaufs eine Fortsetzung der Erfolgsstory. Selbst­bewusst verkündet Festivaldirektor Werner Obrecht denn auch: «Grosse Veränderungen im Programm mussten wir für die Ausgabe vom 20. bis 28. September nicht vornehmen.» So werden die Konzerte von Formationen bestritten, die bereits in den letzten Jahren mit grossem Erfolg am World Band Festival aufgetreten sind.

Was allerdings nicht heisst, dass sich das Festival auf den Lorbeeren ausruhen würde. Das Budget wurde um 100 000 Franken auf 1,6 Millionen erhöht. 14 Anlässe finden dieses Jahr statt, wobei nur ein Konzert im Luzerner Saal erklingt, dafür eines mehr im Konzertsaal, dessen vielgerühmte Akustik sich auch immer wieder bei der Blasmusik bewährt.

Top-Formationen

Zur Eröffnung treten im «25th Besson Swiss Open Contest» die besten Brassbands der Schweiz unter anderem gegen die Brassband Bürgermusik Luzern als European Champion 2014 an. Bei den Selbstwahlstücken erklingen dabei fast lauter Highlights der klassischen Musik in Transkriptionen für Blasmusikorchester wie Gustav Holts «The Planets» oder Ravels «Daphnis et Chloé».

Am Freiluft-Anlass unter dem KKL-Dach, der auf SRF 1 und SRF Musikwelle direkt übertragen wird, tritt unter anderem die Black Dyke Band aus England auf. «Das ist die beste und bekannteste Band der Welt. Sie nimmt etwa den gleichen Stellenwert ein wie die Berliner Philharmoniker in der Klassikszene», meint Werner Obrecht. Eine weitere Top-Formation ist die Dutch Swing College Band aus Holland, die mit ihrem speziellen Sound später auch an der Dixie Night im Luzerner Saal auftreten wird.

Tattoo-Shows

Einen besonderen Akzent setzt in den beiden Tattoo-Shows im KKL, die bisher immer ausverkauft waren, eine Formation aus China, die bisher erst einmal am Festival vertreten war: die Shanghai Jiangzhou Drum Company. Werner Obrecht nicht ohne Stolz: «Diese Formation wird sozusagen direkt von Schanghai ins KKL eingeflogen. Noch erstaunlicher ist, dass auch die New Zealand Army Band aus Neuseeland eigens eingeflogen wird, um während dreimal zehn Minuten auf der KKL-Bühne zu spielen.» Aus Russland kommt das Orchester der Suworow Militärakademie Moskau. Die Schweiz ist unter anderem vertreten durch die Rojahn Academy of Irishdance & Caoran, die Lucerne Marching Band und das Swiss Army Drum Corps.

Einen weiteren Höhepunkt bildet die Wiederkehr des Orchestre d’harmonie de la Garde Républicaine. Das Spitzenorchester aus Frankreich spielt populäre sinfonische Blasmusik von Gershwins «An American in Paris» bis zum «Boléro» von Maurice Ravel.

Volksmusik-Gala mit Francine

Ausserordentlich populär ist auch die Besetzung der Volksmusik-Gala, in welcher mit der Wiggertaler Blaskapelle und den Swiss Ländler Gamblers die Schlagersängerin Francine Jordi auftreten wird. Markus Kühnis auf der grossen KKL-Orgel und das beliebte Schweizer Schlagerschätzchen dürften mit Melodien von Paola, Peter, Sue & Marc und nicht zuletzt Francine Jordi selbst Glanzpunkte setzen.

Auf welch hohem Niveau sich die Stammformationen bewegen, werden auch die Bigband-Matinee mit Pepe Lienhard, die Entertainment-Gala mit dem Christoph Walter Orchestra, «Brass & Humour» (Frontbild PD) mit der Canadian Brass und die Classical Gala mit der Philharmonie Baden-Baden und dem Trompeter Gabor Boldoczki zeigen, den Werner Obrecht mit dem unvergessenen Maurice André vergleicht.

Traditionsgemäss findet das Schlusskonzert im Zeugheersaal des Hotels Schweizerhof statt, wobei Musizierende des Blasorchesters Stadtmusik Luzern und das WBF Lucerne Wind Ensemble (Musizierende des Blasorchesters Stadtmusik Luzern) sinfonische Blasorchester-Musik spielen mit Raphael Christen als Solist an der Marimba.Fritz Schaub

Samstag, 20., bis Sonntag, 28. September

World Band Festival Luzern, VV: www.worldbandfestival.ch