Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Dumbo hebt nicht richtig ab

Tim Burton ist bekannt für seine verrückten Filme. Seine Neuverfilmung des gleichnamigen Disney-Zeichentrickfilms «Dumbo» von 1941 wirkt dagegen erstaunlich bieder.
Irene Genhart
Dumbo mit seinen monströsen Ohren. (Bild: Disney via AP)

Dumbo mit seinen monströsen Ohren. (Bild: Disney via AP)

Sie passt gut in die heutige Zeit der gepflegten Diversity, die Geschichte vom Elefäntchen mit den monströsen Ohren, das seinen Spöttern davonzufliegen lernt. Sie gliedert sich aber auch elegant ein in einen Kanon jüngerer Filme, die wie «The Greatest Showman» und «Chocolat» die Geschichte des Zirkus erkunden. Nicht zuletzt ergänzt sie perfekt das filmische Universum von Tim Burton, dem man mit Filmen wie «Alice in Wonderland» einige der prächtigsten und verrücktesten (Schauer-)Märchen des Kinos verdankt.

Erstmals im Jahr 1939

Erstmals aufgetaucht ist Dumbo in einem Roman von Helen Aberson und Herold Pearl 1939, Disney hat diesen 1941 als Zeichentrickfilm erstmals verfilmt. Tim Burton erzählt die Geschichte nun neu als Live-Action-Trickfilm. Man schreibt das Jahr 1919, als der Trickreiter Holt Farrier (Colin Farrell) zum Zirkus Medici zurückkehrt. Er hat im Krieg einen Arm verloren, seine Frau ist vor einem Jahr an der Grippe gestorben, seine Kinder Milly (Nico Parker) und Joe (Finley Hobbins) wurden zwischenzeitlich von den anderen Zirkusartisten aufgezogen. Der Zirkus läuft nicht rosig, doch Direktor Max (Danny De Vito) will weitermachen. Er hat Holts Hengste verkauft und eine trächtige Elefantenkuh erstanden, deren Junges die Saison retten soll. Bald schon erblickt das Elefäntchen das Licht der Welt und seine Ohren scheinen selbst dem an Kuriositäten gewohnten Zirkuspersonal abscheulich.

Bis hierher ist in Burtons «Dumbo» wenig von der bekannten Story auszumachen, tatsächlich hat Drehbuchautor Ehren Kurger die Fantasy-Mär in die Realität verschoben. Anstelle der sprechenden Tiere tritt neu die Geschichte der sie umgebenden Menschen; es ist denn auch nicht mehr eine Maus, sondern sind Milly und Joe, die Dumbo das Fliegen beibringen. Figuren wurden dazuerfunden, So etwa die Trapezkünstlerin Colette (Eva Green), vor allem aber der dem Zirkuspionier P. T. Barnum nachempfundene, so visionäre wie rücksichtlose V. A. Vande­vere (Michael Keaton). Dieser zieht Max Medici & Co. schamlos über den Tisch und ist von allen schillernden Figuren, die man in «Dumbo» trifft, diejenige, die am meisten den herrlich zwielichtigen Gestalten ähnelt, die man aus früheren Burton-Filmen kennt.

Das Böse bloss angedeutet

Und so wird man den Eindruck nicht los, dass Burton, der normalerweise vor Makabrem nicht zurückschreckt, «Dumbo» mit angezogener Bremse realisiert hat. Da wird das Böse bloss angedeutet, Erschreckendes verharmlost. Und wenn am Schluss wieder alles gut ist, verströmt «Dumbo» nichts mehr von der spektakulären Schauerattrak­tion, die Zirkusse zu Beginn 20. Jahrhunderts prägte, sondern spiegelt zeitgeistig das den Tieren gegenüber achtsame Bewusstsein der heutigen Zeit.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.