Kunst
Ausstellung: Afrikanisches Leuchten inmitten der Altstadt von Luzern

Claude Sandoz stellt in der Galerie Ahoi aus. Die farbenprächtige Installation geht auf einen Aufenthalt in Dakar im Jahr 2003 zurück.

Susanne Holz
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Sonne im Winter: Eine Installation von Claude Sandoz mit Stoffen aus dem Senegal.

Sonne im Winter: Eine Installation von Claude Sandoz mit Stoffen aus dem Senegal.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 16. Februar 2021)

Diese Installation leuchtet ziemlich viel weg: den kalten Winter, die Mühen mit der Pandemie, die so oft vermisste Sonne. Blickt man ins grosszügige Schaufenster des «Ahoi» in der Altstadt, ist das Auge gebannt und das Herz erwärmt von so viel schöner Farbigkeit.

Der Künstler Claude Sandoz.

Der Künstler Claude Sandoz.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 16. Februar 2021)

Die Ausstellung «Senegal Suns» ist auch für den Künstler Claude Sandoz eine Herzensangelegenheit. 2003 führte eine Reise ihn nach Dakar, wo er zusammen mit zwölf senegale­sischen Künstlern eine grosse Wandmalerei erstellte. Von diesem Aufenthalt brachte Claude Sandoz zahlreiche Stoffe und diverse andere Dinge mit – nun, während des Shutdowns, hatte er die Musse, diese Dakar-Reise künstlerisch aufzuarbeiten. Galerist David Glanzmann sagt:

«Travelling without leaving, sozusagen. Reisen, ohne auf die Reise zu gehen. Ein Thema, das gerade hervorragend passt.»

Claude Sandoz erklärt, auf seinen Reisen stets Textilien zu sammeln, seit den Sechzigerjahren mache er das so. Die Stoffe aus Dakar, sie strahlen. Sie erinnern Sandoz auch ans Strahlen der senegalesischen Künstler, an deren sonnige Art. Claude Sandoz gibt den Stoffen mit bemalten und verzierten Dachlatten eine Form. Zum Verzieren dienen dem Künstler unter anderem aufgeschnittene Flaschendeckel, die er zu goldenen Sonnen formt.

Hinterglasmalereien mit afrikanischen Motiven. Und ein Spiel mit dem Farbverlauf.


Hinterglasmalereien mit afrikanischen Motiven. Und ein Spiel mit dem Farbverlauf.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 16. Februar 2021)

Wichtig zudem: die Variation der Farben. Auf die Primärfarben Gelb, Magenta und Blau folgen die Sekundärfarben Grün, Orange und Violett. Diese Farbwechsel wiederholen sich in den ebenfalls gezeigten Hinterglasmalereien. Komplettiert wird die Ausstellung durch ein Tagebuch des Künstlers.

Die Stoffe kaufte der Künstler 2003 während eines Aufenthalts in Dakar. Nun brachte er sie schöpferisch in Form und rahmte sie mit verzierten Dachlatten.

Die Stoffe kaufte der Künstler 2003 während eines Aufenthalts in Dakar. Nun brachte er sie schöpferisch in Form und rahmte sie mit verzierten Dachlatten.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 16. Februar 2021)

Den kleinen und feinen Kunstraum des Ahoi gibt es seit zwei Jahren. Ein Kollektiv aus sechs Galeristen kümmert sich um ihn.

Experimentierfeld und Begegnungsraum

David Glanzmann, Alice Busani, Esther Leupi, Lilia Glanzmann, Paul Lipp und Reto Leuthold veranstalten im Ahoi nebst ­klassischen Ausstellungen Spartenübergreifendes aus den ­Bereichen Design, Musik, Literatur. Das «Ahoi» inmitten der Altstadt soll innovatives Experimentierfeld wie niederschwelliger Begegnungsraum sein.

«Senegal Suns» mit Claude Sandoz. Ahoi, Furrengasse 11, Luzern, bis 28.2. Installation durch Schaufenster sichtbar. Persönliche Termine können via E-Mail anahoi.room@gmail.com vereinbart werden. www.ahoi.space.ch