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Schindlers Liste kommt wieder in die Kinos - genau zu rechten Zeit

Steven Spielbergs preisgekrönter Film «Schindlers Liste» kommt nach 25 Jahren digital restauriert wieder in die Kinos. Der Kampf gegen das Vergessen ist aktueller denn je. Was viele nicht wissen: Schindler versuchte in die Schweiz zu flüchten.
Inge Staub
In den Hauptrollen unvergessen: Liam Neeson als Oskar Schindler und Ben Kingsley als sein Buchhalter Itzhak Stern. (Bild: Universal Pictures)

In den Hauptrollen unvergessen: Liam Neeson als Oskar Schindler und Ben Kingsley als sein Buchhalter Itzhak Stern. (Bild: Universal Pictures)

Seit Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste» vor einem Vierteljahrhundert in die Kinos kam, wühlte das Holocaustdrama Millionen Menschen in der ganzen Welt auf. Anlässlich des 25. Jahrestages bringt das Studio Universal Pictures den Film des amerikanischen Regisseurs technisch überarbeitet erneut in die Lichtspielhäuser.

1200 Juden auf der berühmten Liste

Der Film erzählt die wahre Geschichte von Oskar Schindler, der 1200 Juden vor dem Tod bewahrt hat. Der Lebemann (1908–1974) kaufte 1939 im polnischen Krakau eine Emailfabrik, diese erweiterte er um Munitionsherstellung. Um seine jüdischen Arbeiter nach Auflösung des ­Krakauer Ghettos vor den unmenschlichen Zuständen im KZ Plaszow zu schützen, liess er ein eigenes Lager neben seiner Fabrik errichten. Im Herbst 1944 erkämpfte sich Schindler die Erlaubnis, die Fabrik in seine Heimat Tschechien zu verlegen. Er nahm 1200 Juden mit nach Brünnlitz. Ihre Namen befanden sich auf der berühmt gewordenen Liste.

Der Film wurde zum Welterfolg und mit sieben Oscars ausgezeichnet. Steven Spielberg gab nach dem Oscar-Erfolg einen Teil seines Vermögens für die Gründung der Shoah Foundation aus. Diese dokumentiert den Massenmord an den Juden mit Zeitzeugeninterviews.

Als «Schindler’s List» 1994 in den Kinos über die Leinwand lief, löste er – vor allem im Land der Täter – eine Diskussion aus. Im Zentrum stand die Frage, inwieweit ein Hollywood-Produkt dem Ernst des Themas gerecht werden könne. Es wurde kritisiert, der Film wimmle von sentimentalen Effekthaschereien.

Dem hielt 1998 der damalige Bundespräsident Roman Herzog anlässlich der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Steven Spielberg entgegen: «Und je mehr uns die Gegenwart lebendiger Zeitzeugen abhanden kommt, desto wichtiger wird es, andere Formen zu finden, die uns unsere Geschichte sinnlich erfahren lassen. Mit Ihrem Film haben Sie dem Grauen und der Hoffnung Gesichter gegeben.»

Erschreckend grosses ­Unwissen bei den Jungen

Christian Koller, Titularprofessor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich empfiehlt, den Film in Schulen zu zeigen mit dem Hinweis, dass es sich um einen Spielfilm handle. Auf jeden Fall müsse danach über die Nazi-Verbrechen im Unterricht gesprochen werden. Koller betont er:

«Solche Filme sind wichtig. Heute ist bei vielen jungen Menschen ein erschreckend grosses Unwissen über den Holocaust festzustellen.»

Dies bestätigt eine Studie des amerikanischen Fernsehsenders CNN vom November letzten Jahres. 40 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 34 Jahren gaben an, kaum oder keine Informationen über den Massenmord an Juden zu haben. Yad Vashem zeigte sich besorgt angesichts der offenbar weit verbreiteten Unwissenheit über den Holocaust. – «Schindler’s List» kommt zurück – zur rechten Zeit.

«Schindlers Liste» ab 27. Januar in den Schweizer Kinos

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