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ALTDORF: Zwei Künstler reisen zurück zu sich selbst

Kees Hensen und Melk Imboden zeigen Objekte Installationen und Fotografien. Aufeinander trafen die beiden aber erst beim Einrichten.
Kees Hensen: «Plötzlich fügt sich alles zusammen, als wäre das von Anfang an so gedacht gewesen.» (Bild: Markus Zwyssig)

Kees Hensen: «Plötzlich fügt sich alles zusammen, als wäre das von Anfang an so gedacht gewesen.» (Bild: Markus Zwyssig)

Ein Fotograf aus Nidwalden sowie ein Schriftsteller und Künstler aus Holland treffen im Haus für Kunst Uri erstmals aufeinander. Kennen gelernt haben sich Kees Hensen und Melk Imboden erst beim Einrichten der neuen Ausstellung. «Die Ausgangslage war nicht ganz einfach», sagte Barbara Zürcher, Direktorin des Hauses und Kuratorin der Ausstellung, gestern auf dem Presserundgang. «Es ging aber zauberhaft gut.» Und mit dem Ergebnis zeigten sich beide Künstler gestern denn auch zufrieden.

Poetische Sprache

Sowohl für Melk Imboden als auch für Kees Hensen ist die Ausstellung eine Reise in die eigene Vergangenheit. Beide erzählen Geschichten voller Poesie. Imboden zeigt Bilder seiner ausgedehnten Reisen rund ums Mittelmeer, nach Mittel- und Südamerika und nach Russland. Die Bilder in der Ausstellung sind schwarz-weiss. Im Dachstock werden in einer Diashow zusätzliche Fotos in Farbe projiziert. Imboden nahm sich für seine Reisen viel Zeit. Er war lange unterwegs und hat dabei imposante Aufnahmen abseits der Zent­ren gemacht. «Vielerorts sieht es heute ganz anders aus», sagte Imboden. «Andere Gebiete könnte ich gar nicht mehr bereisen. So etwa Syrien. Ich hätte auf meiner Reise nie gedacht, dass dort einmal Krieg herrschen könnte.» Imboden lebt und arbeitet in Buochs. Er arbeitet als freischaffender Grafiker, Fotograf und als Gastdozent an diversen Hochschulen. Kees Hensen nimmt mit seinen Objekten und Installationen die poetische Sprache Imbodens auf. An seinen Bildobjekten, die er «windowed cabinet» nennt, arbeitet er seit über zwanzig Jahren.

«Jahre, manchmal Jahrzehnte liegen Materialien sorgfältig aufbewahrt, einerseits als Gegenstände, andererseits als Erinnerungen im Kopf», sagte Hensen. «Dann plötzlich fügen sich diese zusammen, als wäre das von Anfang an so gedacht gewesen.»

Ein Nomade

Kees Hensen wohnt und arbeitet als bildender Dichter und Schriftsteller in Amsterdam. Auch er ist ein Reisender – er bezeichnet sich selbst als Nomaden. Fredi Murers Spielfilm «Höhenfeuer», den Hensen damals in Amsterdam gesehen hat, war Anlass für seinen Besuch und längeren Aufenthalt auf einer Urner Alp, wo er während vier Heusaisons tatkräftig angepackt hat.

Seither kehrt der holländische Künstler immer wieder in den Kanton Uri zurück, um seine Gastfamilie oberhalb von Unterschächen zu besuchen. In der Ausstellung gibt es einige Gegenstände, die an diese Zeit auf der Alp erinnern. Die Materialien sind von ganz unterschiedlicher Herkunft. Er fand sie in Madrid auf der Strasse, auf einem Baum vor dem Rijksmuseum in Amsterdam, in einem Trödelladen in Berlin oder in einem Flussbett im Bavonatal im Tessin.

Auch Heinrich Danioth wird in die aktuelle Ausstellung im Haus für Kunst Uri miteinbezogen. Zu sehen sind seine Bilder «Jagdhütte» und «Kehlengletscher». Zwei Werke, die gut zur räumlichen Inszenierung von Kees Hensen passen.

Markus Zwyssig

Hinweis

Die Ausstellung Zeitreisen mit Melk Imboden und Kees Hensen wird am Samstag, 12. September, offiziell eröffnet. Die Vernissage findet um 17 Uhr statt.

Melk Imboden: «Einige Länder, wie beispielsweise Syrien, könnte ich heute gar nicht mehr bereisen.» (Bild: Markus Zwyssig)

Melk Imboden: «Einige Länder, wie beispielsweise Syrien, könnte ich heute gar nicht mehr bereisen.» (Bild: Markus Zwyssig)

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