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ARTH: Operette Arth: Herzhafte, zündende Musik

Mit «Wiener Blut» hat sich das Theater Arth eine echte Wiener Operette vorgenommen. Zum ersten Mal Regie führt der Schwyzer Stefan Camenzind.
Kammerdiener (Andreas Büchler) und Probiermamsell Pepi (Désirée Pauli) sind in «Wiener Blut» zu sehen. (Bild: PD)

Kammerdiener (Andreas Büchler) und Probiermamsell Pepi (Désirée Pauli) sind in «Wiener Blut» zu sehen. (Bild: PD)

Am gleichen Tag wie in Sursee, am 13. Januar, beginnt auch in Arth die neue Operettensaison, und zwar mit «Wiener Blut». Eine amüsante Verwechslungskomödie mit der Musik von Johann Strauss (Sohn), die von amourösen Eskapaden zur Zeit des Wiener Kongresses 1815 erzählt. «Wiener Blut, Wiener Blut/eigner Saft, voller Kraft, voller Glut/ … Wiener Blut, Wiener Blut»: Der beschwingte titelgebende Walzer führt direkt in die verzwickten Liebesabenteuer dieser wein- und melodieseligen, 1899 uraufgeführten Operette. Eigentlich ist sie kein Originalwerk des berühmten Walzerkönigs. Adolf Müller konstruierte vielmehr die Partitur im Ein­vernehmen mit dem alternden Komponisten aus dessen Vorrat an Tänzen und Melodien. Neben dem erwähnten Wiener Walzer sind das etwa die Walzer «Morgenblätter», «Wein, Weib und Gesang» und die Schnellpolka «Leichtes Blut» aus ganz verschiedenen Entwicklungsstufen.

Zum Glück behielt Müller die Originalinstrumentation bei und schrieb selbst nur dezente Überleitungen für die grossen Ensem­ble­szenen. Zudem bewies er einen bühnensicheren Spürsinn für das Potenzial der ausgewählten Tänze. So ist auch dank des abwechslungsreichen Librettos von Viktor Léon und Walter Stein doch eine echte Wiener Operette entstanden, in welche das viel zitierte Wiener Blut eine ähnliche Rolle spielt wie der Champagner in der Operette aller Operetten, der «Fledermaus»: Es war an allen den Verwicklungen und Verwirrungen schuld, aber zum Glück pulsierte es auch bei den heillosen Entwirrungen.

Aus der lustigen Komödie treten besonders lebendig die Volkstypen Pepi, Josef und der alte Kagler hervor, und die Operette besticht stets aufs Neue durch ihren Reichtum an herzhafter, zündender Musik. Köstlich die fesche Schnellpolka der Probiermamsell Pepi «Draust in Hietzing gibt’s an Ramasuri». Bezaubernd alle die Walzer im Dreivierteltakt wie «Du süsses Zuckertäuberl mein» und «Stoss an, stoss an, du Liebchen mein». Eigentlich sollte sich Balduin Graf Zedlau, Gesandter des Zwergstaates Reuss-Schleiz-Greiz, zur Zeit des Wiener Kongresses um die politischen Geschäfte kümmern, doch stattdessen hastet er lieber herum zwischen drei Frauen, alles Wienerinnen: seine Dauergattin Gabriele, die Tänzerin Cagliari und eben die Probiermamsell Pepi. Er stiftet dabei immer grössere Verwirrung, bis der Graf am Ende doch zu seiner Gräfin zurückkehrt und die selbstbewusste Pepi zum Kammerdiener Josef. Und alles löst sich in Minne auf, wie es sich für eine waschechte Operette gehört. Letztmals wurde «Wiener Blut» 2006 in Arth aufgeführt.

Schwyzer führt Regie

Für die Neuproduktion verpflichtete Arth zum ersten Mal den Schwyzer Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagogen Stefan Camenzind, der im vergangenen Jahr unter anderem das Freilichtspiel «Die Gotthardbahn» mit grossem Erfolg inszenierte. Die Bühne kennt er vom Orchestergraben aus, ­spielte er doch während der Ausbildungszeit im Orchester des Theaters Arth Cello – und dies ausgerechnet damals bei den «Wiener Blut»-Aufführungen. Die musikalische Leitung hat zum vierten Mal Beat Blättler inne, seines Zeichens Solo-Fagottist des Luzerner Sinfonieorchesters. Er dirigiert den Grossteil der Aufführungen, in einigen wird er von seinem Assistenten und Schüler Nino Wrede abgelöst.

Fritz Schaub

Samstag, 13. Januar, 17.00, Premiere

Theater Arth. 30 Aufführungen bis 24 März. VV: Tel. 041 855 34 20, ­ www.theaterarth.ch

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