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Auch Oper über Nero ist hochpolitisch

Wer am Sonntagabend den Abschluss von John Eliot Gardiners Monteverdi-Trilogie im Konzertsaal gehört hatte, konnte das «Zuflucht»-Konzept gedanklich weiterspinnen. Zu welchen Resultaten würde es führen, wenn die Realität mit der tiefschürfenden Magie, Drastik und Dramatik zusammenfände, welche die English Baroque Soloists und der Monteverdi Choir in «L’incoronazione di Poppea» zeigten?

Schliesslich handelt auch dieses Werk von Politintrigen um einen lügnerischen Machthaber (Nero), einen Sexskandal (mit der Geliebten Poppea) und einen erzwungenen Selbstmord (Seneca – eine weitere Prachtrolle für den Bassisten Gianluca Buratto). Und es gab darin Cornelia Lanz über vier Jahrhunderte hinweg Recht: «Oper hat ihren Platz mitten in unserer Gesellschaft. Also kann sie auch explizit politisch sein», sagte sie zum «Zuflucht»-Projekt, dem man eine Neuauflage am Festival in der einen oder anderen Form gerne wünscht. (mat)

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