Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Regula Mühlemann in Sursee: Auf der Bühne, wo schon ihre Grossmutter sang

Schlechtgelaunte Tussen, betrügerische Ehemänner und rachsüchtige Zauberinnen: Die Gesangsgala mit der Luzerner Sopranistin Regula Mühlemann im ausverkauften Stadttheater begeistert mit klassischen Gassenhauern.
Roman Kühne
Regula Mühlemann, hier im Duett mit Bariton Alexandre Beuchat, blieb unangefochtener Star des Abends. (Bild: Roberto Conciatori, 14. Juni 2019)

Regula Mühlemann, hier im Duett mit Bariton Alexandre Beuchat, blieb unangefochtener Star des Abends. (Bild: Roberto Conciatori, 14. Juni 2019)

Am Sonntag, 15. Juni, singt sie im Opernhaus Zürich die Susanna in «Le Nozze di Figaro» von Mozart, und am Mittwoch darauf tritt sie im Teatro all Scala in «Ariadne auf Naxos» von Richard Strauss auf. Später im Jahr steht dann noch Salzburg, London oder Paris im Programm. Die Adligenswilerin Regula Mühlemann ist längst angekommen im internationalen Gesangs- und Opernbetrieb.

Zwischen all der Begeisterung, die ihr auch aus der Presse entgegenschlägt, taucht jedoch immer wieder das Wort «authentisch» auf. Ja, authentisch ist sie geblieben, hat ihre Wurzeln im Gebiet Luzern nicht vergessen.

Zwei Männer, die eigentlich nach Hause sollten

Dies erklärt, warum sie zwischen all den grossen Häusern Zeit findet, am 19. Juli auf der Rigi oder eben letzten Freitag im Stadttheater Sursee aufzutreten. Und sie ist nicht allein da. Fünf Kolleginnen und Kollegen, die alle in Luzern studiert haben und sich heute in den verschiedensten Sparten national oder international einen Namen machen, zelebrieren mit ihr ein populäres Programm von Wolfgang Amadeus Mozart bis Johann Strauss.

Da ist etwa das überzeugende Bariton-Duett «Komm mit mir zum Souper» aus der «Fledermaus» von Strauss. Der Bariton Alexandre Beuchat wurde 2016 direkt ab der Luzerner Hochschule als Ensemblemitglied der Volksoper Wien engagiert. Er singt mit kräftiger und voller Stimme, tragend und klingend.

Serafin Heusser, der regelmässig in Sursee gastiert, ist dagegen eher sanft und warm. Beide versprühen sie Witz und Geist, spielen mit Schalk die zwei Männer, die eigentlich zu ihren Liebsten nach Hause sollten.

Die Mezzo-Sopranistin Stephanie Szanto überzeugt vor allem im tragenden Forte, singt «Ah Scostati» (Geh doch weg) aus der Oper «Cosí fan tutte» von Mozart klingend und überzeugend. Die Sopranistin Olivia Allemann, die an der Hochschule Luzern noch ihr Lehrdiplom absolviert, singt zwar in verschiedenen Duetts teils etwas leise, interpretiert jedoch grossartig, mit flexibler und geschmeidiger Stimme. Ein witziger Höhepunkt ist der Countertenor Stefan Wieland. In der Region ist er als regelmässiges Mitglied des Ensemble Corund oder durch seine Regie bei der Märli Biini Stans bekannt. Teilweise zwar etwas hart, macht er dies jedoch mit Schauspiel und gekonnter Theatralik wett.

Überragender Star des Abends bleibt jedoch Regula Mühlemann. Gerade im direkten Vergleich mit solch verschiedenen Stimmen zeigt sich ihre klangliche Brillanz besonders deutlich. Ihre Technik in der Höhe, die Farbigkeit und Kontrolle der Stimme, das schwingende Pianissimo, ein variantenreiches Timbre – wenig Wünsche bleiben da offen.

Eine echte Liebesgeschichte begann auf dieser Bühne

In Mozart zu Hause, singt sie auch das operettenhafte, aber schwierige «Spiel ich die Unschuld vom Lande» (Fledermaus) neckisch und ausdrucksvoll. Sicher in der Höhe, leuchtend in den Trillern und mühelos in den Sprüngen ist es einer der begeisterndsten Momente des Abends. Einzig in der Arie der Königin der Nacht überzeugt sie nicht völlig. Ein besonderer Moment ist das Lied «Als geblüht der Kirschbaum» aus «Der Vogelhändler» (Carl Zeller), ein Stück, dass schon ihre Grossmutter vor 73 Jahren auf derselben Bühne sang. Einer Bühne, auf welcher diese auch ihren Mann und damit den Grossvater von Regula Mühlemann kennen lernte.

Das Orchester spielt unter dem Dirigat von Isabelle Ruf-Weber auf hohem Niveau. Der neckische Fluss, die tanzenden Walzer, die hin und her wogende Bassistin geben der einleitenden Fledermaus-Ouvertüre Schelm und Fröhlichkeit.

Der Hintergrund dieses Sängertreffens ist das Projekt «Stage Lab», eine Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Luzern Musik und dem Stadttheater Sursee, die es den Studierenden schon während ihrer Ausbildung ermöglichen soll, regelmässig auf einer Bühne aufzutreten. Am Schluss verabschiedet Alois Koch, früherer Rektor der Musikhochschule, die Gesangslehrerin von Mühlemann, Barbara Locher, die von Luzern nach Bern wechselt. Ihr zu Ehren erklingt die Zugabe «Soave sia il vento» aus «Così fan tutte» von Mozart. Das Publikum lässt aber nicht locker, bis das Gesangsensemble ein weiteres Mal das letzte Stück des Programmes «Im Feuerstrom der Reben» von Johann Strauss zum Besten gibt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.