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Marketa Jachimova in der Kali Gallery:
Auf der Suche nach der Ewigkeit

Die tschechische Künstlerin Marketa Jachimova ist auch Kuratorin ihrer Ausstellung in Luzern. In ihren Arbeiten erforscht sie das Grenzenlose - und geht dabei körperlich vor.
Susanne Holz
Künstlerin und Kuratorin Marketa Jachimova vor ihrem Werk. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 8. Oktober 2019)

Künstlerin und Kuratorin Marketa Jachimova vor ihrem Werk. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 8. Oktober 2019)

Marketa Jachimova ist eine spannende Person. Obwohl erst 30 Jahre alt, interessiert sie sich für die Ewigkeit beziehungsweise für die grosse dunkle Leere, die nach dem Tod auf den Menschen warten könnte. Sie reflektiere in ihrer Kunst auch den Tod ihrer Grosseltern, erzählt die gebürtige Tschechin, die bereits bei 57 Gruppenausstellungen vertreten war und sich heute über die Vernissage ihrer 13. Einzelausstellung freut.

Es ist ihre erste Einzelausstellung in der Luzerner Kali Gallery, die im April 2018 eröffnet wurde und seither eine Plattform für zeitgenössische Kunst und Musik sein möchte.

Fröhliche gelbe Sneakers an den Füssen

Jachimova kuratiert hier unter dem Titel «on the wave back» ihre eigene Kunst. «Das ist anstrengend», sagt die 30-Jährige, «doch es gibt einem auch viel Freiheit.» Für den «zweiten Blick» auf ihre Kunst hatte sie aber den Besitzer und künstlerischen Leiter der Galerie, Nicolai Kalinowsky, an der Hand.

Eine doppelte Sicht auf Jachimovas Arbeiten empfiehlt sich, denn: Sie sind komplex. Was die junge Künstlerin seit langem beschäftigt, ist die Gegensätzlichkeit von Zeit als konkretem Moment in dieser Welt und von der nicht existierenden Zeit – der zeitlosen Ewigkeit. Ebenso der Kontrast von Barock und Minimalismus. «Was für eine Leere wartet nach dem Tod auf uns?», fragt sich Marketa Jachimova, die nichtsdestotrotz sehr fröhliche gelbe Sneakers trägt und auch sonst ein unbeschwerter Mensch zu sein scheint.

In ihrer Kunst verbindet Jachimova Zeitlosigkeit mit Körperlichkeit und Materie. Dabei ist es der Künstlerin wichtig, zeitgenössisch zu arbeiten, was sich in der Kombination aus Malerei, Skulpturen und Mixed Media zeigt. Aktuell ist erstmals eine Video-Installation zu sehen.

Faszinierendes Detail: Jachimova stellt ihr eigenes Schwarz her, indem sie Zypressenzweige verbrennt und mit Bindemittel mischt. Dieses Schwarz ist mal matt und mal glänzend, je nach Blickwinkel und Tageslicht.

Diese Künstlerin blickt auch gerne zurück

Zypressen sind wiederkehrendes Motiv bei Jachimova, wie auch Marmor, Licht, ein schwarzes Dach, ein blaues Band. Das blaue Band ist hier in ein dreiteiliges Werk eingewoben, entstanden in der uralten Kunst der Tapisserie, der Bildwirkerei. Denn Jachimova sucht nicht nur nach der Ewigkeit, sondern sie blickt auch gerne zurück.

Hinweis

Marketa Jachimova: «on the wave back». Kali Gallery, Luzern. Vernissage Donnerstag, 19 h. Finissage 15.11., 19 h. Offen Do/Fr 17–19, Sa 15–17 h. www.kaligallery.com

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