Kolumne

«Auf ein Wort»: Diese Firmen haben es mit ihren Produkten in den Duden geschafft

Die Mundartkolumne von Niklaus Bigler diesmal zum Wunschtraum jeder PR-Abteilung: Wenn die eigenen Produkte so bekannt sind, dass sie zur Bildung neuer Verben führen.

Niklaus Bigler
Drucken
Teilen
Unser Mundartexperte: Niklaus Bigler.

Unser Mundartexperte: Niklaus Bigler.

Bild: CH Media

Das Verb «einwecken» ist nicht etwa das Gegenteil von «aufwecken», sondern enthält den Namen des Unternehmers Johann C. Weck. Er produzierte um 1900 in Südbaden, nahe bei Säckingen, spezielle Gläser zum Sterilisieren von Früchten und Gemüse.

Weil diese Gläser damals sehr gefragt waren, wurden «Weckglas» und «einwecken» zu gängigen Wörtern der bundesdeutschen Sprache. In Österreich sagte man dafür «einrexen», da hier die Gläser der Firma Rex bevorzugt wurden.

In der Schweiz hat sich nichts Brauchbares ergeben, da die Gläser nach den Glashütten (Bülach, Wauwil) hiessen und sich dazu sprachlich nichts aufdrängte.

Dass der Name eines Produktes oder eines Erfinders zur Bildung eines Verbs führt, ist relativ selten; immerhin sagen wir pastörisiere (nach Louis Pasteur), kärchere (mit dem Druckreiniger der Firma Kärcher), bostitsche (mit dem Bostitch-Hefter, in Deutschland tackern) oder guugle (mit der Suchmaschine Google).

Man wird auch etwa gröngget (mit den von Wilhelm C. Röntgen entdeckten Strahlen durchleuchtet) oder wurde sogar «guillotiniert» (auf der Guillotine des Arztes Guillotin).

Oft sind Markennamen zu Gattungsnamen geworden. Mit Knirps meint man heute jeden Kompaktschirm, während es früher eine Marke war, eine besonders bekannte eben. Da die Firma Nestlé ihn schon seit 1938 herstellt, ist Nescafé zum Begriff des löslichen Kaffees geworden.

Ebenso bezeichnet in Deutschland Uhu jeden Kunstharzkleber und Hansaplast oder Leukoplast jedes Heftpflaster. Wer zur rechten Zeit den Markt dominiert, kann also auch die Sprache beeinflussen.

Niklaus Bigler war Redaktor beim Schweizerdeutschen Wörterbuch (idiotikon.ch).

Weitere Kolumnen von Niklaus Bigler finden Sie hier: