Kunstraum Hochdorf: Aufbruch an der Peripherie

Mit einer Gruppenausstellung schlägt der Luzerner Künstler und Kurator Henri Spaeti ein neues Kapitel für den Kunstraum Hochdorf auf. In diesem Jahr sind bereits fünf Ausstellungen geplant.

Pirmin Bossart
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Bisher hatte Henri Spaeti in Hochdorf sein Atelier, nun übernimmt er den ehemaligen Kunstraum Hermann. (Bild: Dominik Wunderli, Hochdorf, 5. April 2019)

Bisher hatte Henri Spaeti in Hochdorf sein Atelier, nun übernimmt er den ehemaligen Kunstraum Hermann. (Bild: Dominik Wunderli, Hochdorf, 5. April 2019) 

«Ich möchte einen Ort schaffen, der eine Ausstrahlung im Seetal hat, aber auch über die Kantonsgrenzen hinaus beachtet wird.» Das hat Henri Spaeti mit dem Kunstraum Hochdorf im Sinn.

In den letzten Jahren hat der Künstler Alois Hermann den Raum geleitet. Für die Nachfolge fragte er Spaeti, der in Hochdorf sein Atelier hat. Dieser war interessiert – gerade weil es ein Ort abseits der Stadt ist. «Es ist reizvoll, in der Peripherie einen Raum aufzubauen und zu versuchen, eine Breitenwirkung zu entfalten», sagt er.

«Ich bin mir bewusst, dass das noch etwas mehr braucht als in einer Stadt an guter Passantenlage. Es ist eine Herausforderung.»

Der Luzerner Künstler, der zuvor acht Jahre lang die Galerie Tuttiart am St. Karliquai in Luzern geleitet hat, beginnt in Hochdorf mit einer Gruppenausstellung, an der sich zwölf Künstlerinnen und Künstler aus Südfrankreich und der Region Luzern beteiligen.

Besuch aus Südfrankreich

Vor einem Jahr hatte er mit der Luzerner Künstlerin Doris Schläpfer eine ähnliche Ausstellung in Fraissé des Corbières realisiert. Schläpfer wohnt in dieser Gegend. Nun kommen sie und ihre Künstlerfreunde aus Südfrankreich nach Hochdorf. Von hier sind Davix, Marietta Hoferer, Carlos Matter, Bessie Nager und Rolf Winnewisser vertreten. Die Ausstellung «LOTaplomb» zeigt Arbeiten zum Thema «Informales» mit filigranen Zeichnungen, fragilen und komplexen Konstruktionen im Raum, Malerei und Videos.

Spaeti, der seit 1974 als Künstler arbeitet, hat auch als Kurator und Ausstellungsmacher seine Vision. Es ist eine bestimmte Sicht, wie er Werke auswählt, sie im Raum in Szene setzt und mit ihnen eine Gesamtwirkung erzielen kann.

«Ich habe ein klares Konzept, wenn ich etwas angehe, und ich arbeite gerne mit Künstlern zusammen.»

Manchmal sehe er Qualitäten und Bezüge, die der Künstler selber vielleicht nicht so wahrnehme. «Das probiere ich, herauszuholen.» Gerade, weil er kein Verkäufer, sondern selber ein Künstler sei, interessiere ihn diese vertiefte Ausstellungsarbeit, in der er gestalten und Impulse setzen könne, sagt Spaeti. «Die meisten Künstler, mit denen ich bis jetzt zusammengearbeitet habe, akzeptierten meine Vorgehensweise.»

Schon in den Neunzigerjahren betrieb er im Piemont zehn Jahre lang eine Off-Galerie, in der auch bekannte Künstler wie Markus Döbeli oder Rolf Winnewisser ausstellten.

Kunstraum Hochdorf

Ausstellung «LOTaplomb»: Führung am 28. April, Finissage am 5. Mai
 
Bis im September 2019 stehen vier weitere Ausstellungen an. Darunter «TURNERline» im Juni, die den Faden der grossen Turnerschau im Kunstmuseum Luzern aufnimmt.

www.kunstraum-hochdorf.ch