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Aufgewachsen mit Polo

Erinnerung Wenn man als Schweizer irgendwo um die 50 Jahre alt ist, gehört Polo Hofer zwangsläufig zur eigenen Jugend, zur nicht nur musikalischen Sozialisierung. Ich erinnere mich an ein Schullager in den Siebzigern, als wir «Kiosk» und «Teddybär» mitsangen.

Worum es da ging, haben wir nicht verstanden, zumindest nicht alles. Vom «wilde Hippie» hatten wir nur eine vage Vorstellung, zum Wort «Kamasutra» – gut versteckt in der letzten Strophe von «Teddybär» – kamen wir gar nicht erst. Es war um 1980, als ich als Teenager meine erste Polo-Platte kaufte. Ausgerechnet eine mit Songs, die heute kaum mehr jemand kennt. «Enorm in Form» hiess sie, und ich hörte sie rauf und runter. Da gab es Songs wie «Banane» (nicht gerade subtil die Anspielung «Heb di eifach fescht a minere Banane») oder «Samschtig (über einen Jungen, der die ganze Woche leidet, bis es endlich Samstag ist) und den Heuler «Stell mi uuf», den ich später prompt selber mit einer Schüler-Mundart-Rockband covern sollte.

Ziemlich verladen? Wahrscheinlich nicht

Mein Vater frotzelte, was ich eigentlich mit der Musik dieses älteren Herrn wolle. Polo war ja da schon Mitte 30 und nicht viel jünger als mein Erzeuger.

Erst später entdeckte ich dann weitere Klassiker von Polo, zu meinem Lieblingssong wurde «Rosmarie», den ich heute noch auswendig kann. Auch später trat Polo ab und zu in mein Leben. Ein Highlight war sicher, als ich mit besagter Schülerband mal Vorgruppe von Polo sein durfte. Es war in einer Turnhalle im zugerischen Menzingen. Zu einem Gespräch mit ihm kam es leider nicht, in meiner Erinnerung war er damals ziemlich verladen, aber da täusche ich mich womöglich und lasse mich beeinflussen von dem, was man damals und auch später so alles über Polo redete.

Regelmässige und unvergessliche Auftritte

Unvergesslich sind schliesslich die vielen Auftritte etwa im Luzerner «Stadtkeller», wo Polo viele Jahre lang pro Saison mehrere Konzerte gab. Und immer im Hotel zum Rebstock übernachtete. Ich gebe zu, musikalisch habe ich Polo in den letzten Jahren etwas aus den ­Augen verloren. Vielleicht möchte ich neben der überwältigenden Präsenz seiner alten Songs die neuen nicht auch hören. Aber er wird ein Teil meiner Jugend bleiben, und so geht es wohl einer ganzen Generation.

Arno Renggli

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