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AUFTAKT: Willisau ist wieder im Jazzfieber

Melodische Improvisationen: Gestern hat die im Tessin lebende Trompeterin Hilaria Kramer mit ihrem Quartett das Jazz-Festival eröffnet.
Pirmin Bossart
Sie spielten gestern Abend in Willisau: die Trompeterin Hilaria Kramer und ihre Musiker von La Suite beim Eröffnungskonzert. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Sie spielten gestern Abend in Willisau: die Trompeterin Hilaria Kramer und ihre Musiker von La Suite beim Eröffnungskonzert. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Festivalleiter Arno Troxler überbrachte gestern Abend zum Auftakt des 39. Jazz-Festivals Willisau eine bedauerliche Nachricht: Cecil Taylor musste vor zwei Tagen das mit Spannung erwartete Konzert vom Sonntag aus gesundheitlichen Gründen absagen. Der 84-jährige Pianist leidet an einer akuten, schmerzhaften Arthritis. Trotzdem wird das Finale von Willisau nicht auf einen «big name» verzichten müssen: Troxler ist es gelungen, den amerikanischen Saxofonisten und Komponisten Anthony Braxton zu verpflichten. Braxton wird mit dem Schlagzeuger Gerry Hemingway und dem Trompeter Taylor Ho Bynum auftreten.

Eine Trompeterin hat gestern Abend das Festival eröffnet: Hilaria Kramer, eine gebürtige Thurgauerin, die seit vielen Jahren in der Südschweiz lebt, hat ihr neues Quartett La Suite vorgestellt. Mit dabei Daniel Humair, ein grosser Schweizer Schlagzeuger der älteren Generation. La Suite gaben mit ihrem austarierten Set einen stimmigen Auftakt für das diesjährige Festival, das mit seiner breiten stilistischen Auswahl noch hier und dort überraschen dürfte.

La Suite wählten einen Mittelweg: Eine mehrteilige Stegreif-Fantasie mit bewegten Aufbrüchen und Ruheinseln, die nie exzessiv überbordete, aber auch nicht in Langeweile mündete. Obwohl das Gesamtklangbild über weite Strecken relativ gleichmässig und ebenförmig wirkte, waren es die Details und die konzentrierte Gelassenheit der Performance, die einen bei der Stange hielten.

Stoffners Dynamik

Hilaria Kramer hat einen dunklen Ton, der auch mal bratzen und kratzen oder sich mit Echo und Hall elektronisch verfremden kann und jene Ambient-Räume schafft, die in der neueren Trompetengeneration gerne ausgelotet werden. Aber Kramer ist dann doch mehr die Ornamentalistin und lyrische Melodikerin, die mit souveräner Klarheit ihre Patterns spielt und sich damit immer wieder auch an der Jazztradition erdet.

Für mehr dynamische Unruhe sorgte Gitarrist Flo Stoffner mit seinen treibenden, sich spiralförmig entfaltenden Linien und seinen flächigen Sound-Interventionen. Stoffner belebte das Set deutlich. Er gestaltete Räume und hielt die Spannung aufrecht. Mit der Rhythmusgruppe von Pietro Leveratto (b) und Daniel Humair waren Kramer und Stoffner auf sicherem Boden. Im zweiten Teil spielte der US-Gitarrist Brandon Ross mit seiner Band (siehe Samstagausgabe).

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