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Klub der jungen Dichter:
Unwiderstehliche Versuchung

Aurora Bonamassa aus Steinhausen erzählt in ihrer Geschichte, wie eine freche Hauskatze sich mit ihrem Frauchen anlegt.
Aurora Bonamassa

Meine Geschichte beginnt mit Silvester 2017. Mein Name ist Zorro, und ich bin eine nicht ganz gewöhnliche Hauskatze. Eigentlich bin ich für meinen guten Charakter bekannt, und darauf bin ich auch sehr stolz. Es gibt aber auch Situa­tionen, da vergesse ich meine gute Erziehung auch schon einmal und ... Aber hört doch gleich selber rein in meine ganz persönliche Silvestergeschichte.

Aurora Bonamassa, Steinhausen, 1. Sek

Aurora Bonamassa, Steinhausen, 1. Sek

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Ich glaube, bei uns zu Hause steigt eine Silvesterparty, denn mein Frauchen kocht und backt auf Hochtouren. Ich kann euch sagen, in unserer Wohnung duftet es, es ist zum Verrücktwerden. Bei solchen Geruchinputs erwacht dann auch schon einmal der Täter in mir. Ich bin, um es auf den Punkt zu bringen, ein ganz raffiniertes Schlitzohr.

Nun verrate ich euch, wie mir meine «Klaumanöver» am besten gelingen. Nun, dafür setze ich mich ganz unschuldig neben mein Frauchen und spiele den braven Kavalier. Ich weiss nämlich, dass sie meinem Augenaufschlag nicht widerstehen kann. Und ihr könnt mir glauben, niemand lässt sich so schnell um den kleinen Finger wickeln wie mein Frauchen.

Nun schnell wieder zurück in die Küche, zum Ort des Geschehens. Dort habe ich eine aussergewöhnlich schöne und gut gelungene Apfeltorte nach Tante Ruth à la Betty Bossi im Visier. Verziert ist dieser Gaumenschmaus mit kunstvoll eingeschnittenen Apfelhälften und irgendwelchen Wunderkerzen, die man bereits angezündet hat, um zu sehen, ob diese am Abend den erwünschten Effekt zeigen. Wunderkerzen hin oder her, meine Hinterläufe setzen langsam zum Absprung an. Mein Frauchen bemerkt von meiner Absicht überhaupt nichts, denn sie rührt ganz konzentriert in einer Mousse au Chocolat. Mit einem gelungenen Meistersprung lande ich präzise neben der verführerischen Torte. Jetzt muss ich mich aber beeilen, denn die Köchin hat meinen Angriff bemerkt.

Von den sechs geschnitzten Apfelhälften packe ich mir die grösste und eile damit, von Frauchen verfolgt, unters Bett. Dort unten sitze ich schön in der Mitte und geniesse, für alle unerreichbar, meinen erbeuteten Leckerbissen. Mein Frauchen scheint mir aber mein Dessert gar nicht zu gönnen. Wie eine Raubkatze sitzt sie auf dem Bettrand und schlägt wie wild mit den Armen um sich. Vermutlich will sie sich auch noch ein Stück meiner Errungenschaft unter den Nagel reissen. Aber nichts da! Zum Teilen bin ich nun gar nicht in der Stimmung. Und dass ich bei diesem eher schwierigen Unterfangen meine überaus schönen Schnauzhaare an diesen doofen Wunderkerzen verbrannt habe, kümmert ja schliesslich auch niemanden. Leider ist, bedingt durch meine Ungeschicklichkeit, eine Kerze auf den Boden gefallen und hat ein riesiges Brandloch im Teppich hinterlassen. Da kann man wieder einmal sehen, wie gefährlich solche Dinger sein können. Zum Glück konnte man den Brand gleich wieder unter Kontrolle bringen, so blieb meinen Herrschaften wenigstens der Einsatz der Feuerwehr erspart. Dass nun dieser Kuchen und der Teppich einen Schönheitsfehler zu verzeichnen haben, ist beim besten Willen nicht zu überhören.

Nun ja, immer dieses Geschrei um nichts, da versteh mal einer die Menschen!

Aber auch dieser Anfall von Tollwut wird sich wieder legen, so wie die letzten hundert zuvor auch. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn sich mein Frauchen impfen lassen würde. Ich tu dies nämlich einmal im Jahr. So wäre der Hausfrieden eventuell wieder hergestellt.

HAPPY NEW YEAR!

NB: Trotz meines verbrannten Schnauzes bleibe ich weiterhin Feuer und Flamme für menschliche Köstlichkeiten! Und tschüss!

Entscheidet mir, wer den Spezialpreis bekommt!

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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