Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Aus Bildern neue Bilder schaffen

Mit Herbert Weber und Thomas Krempke zeigt die Galerie Widmertheodoridis in Eschlikon zwei Fotografen, die ihre eigenen Arbeiten unterschiedlich wieder aufgreifen.
Dieter Langhart
Herbert Weber inszeniert sich gern in seinen Fotografien – oder davor, wie in seiner aktuellen Ausstellung bei Widmertheodoridis. (Bild: Reto Martin)

Herbert Weber inszeniert sich gern in seinen Fotografien – oder davor, wie in seiner aktuellen Ausstellung bei Widmertheodoridis. (Bild: Reto Martin)

Herbert Weber hat etwas von einem Rezyklierer an sich. Er holt sich gern Fotografien aus seinem Archiv und macht daraus neue Bilder. So schneidet er vielleicht Steine aus und fotografiert sie neu als Bild im Bild. Oder er hält ein altes Foto in der Hand und fotografiert sich erneut. «Oft gefällt mir das Bild einer Installation besser als die Installation selber», sagt er beim Rundgang durch seine Ausstellung «Landschaftsfotografie als eigentliches Ziel» bei Widmertheodoridis.

Es geht dem St. Galler fast immer um die Landschaft, die Natur. Nur mag er sie nicht einfach abbilden, er will sie so inszenieren, wie er sie sieht. Er studiert die Landschaft, seine Fotografien werden zu Bühnen eines Landschaftstheaters, in dem Herbert Weber Regie führt.

Nicht Postkartenmotive also zeigt Herbert Weber her. Seine Bilder sind als Puzzlestücke gedacht, als Wegweiser in neue, ungewohnte Sehweisen, und der Künstler sieht sich als Botschafter, nicht als Erklärer.

Überlegt sich zuerst, wie der Raum aussehen wird

Gewiss, Herbert Weber inszeniert sich oft selber in seinen Aufnahmen, «aber das muss nicht immer so sein». Fast als sei es ihm peinlich, aber das könnte auch bewusste Koketterie sein. Weber bildet nur Fragmente ab, nie das vermeintlich Ganze, und täuscht so eine leicht surreale Realität vor. Er will durchaus, dass wir uns irritiert fühlen vor der einen Wand, an der 56 Fotografien hängen, alle im gleichen Format und Rahmen, dass wir uns mögliche Querverweise zwischen den so unterschiedlichen Motiven zusammenreimen. Sie sind mal karg und nüchtern, dann wieder poetisch oder schalkhaft. An der Wand gegenüber hängt eine Zeile aus 16 weiteren Fotografien. «Ich überlege mir zuerst, wie der Raum aussehen wird.»

Im ehemaligen Stall drüben sodann ein Bild, das mit den gepunkteten Löchern bewusst eine Hommage ist an Elisabeth Nembrini und ihre Ausstellung vor zwei Monaten just am selben Ort.

«Alles, was ich ansehe, verändert sich»

Im Erdgeschoss des White Cubes hat der Zürcher Thomas Krempke für einige Aufnahmen eine Black Box erbaut, die an einen Hochsitz erinnert. Die Installation «Die Aussicht», die zweite einer Reihe, verengt den Blick auf die benachbarten Gärten. In den Fotografien, kurz vor der Ausstellung geschossen, hält Thomas Krempke das Unauffällige fest. Anekdoten des Alltags? Alles in Ordnung? Da ist etwas Ungemütliches auszumachen: Neben dem neuen Rasen steht «Betreten verboten», auf dem Spielplatz sind keine Kinder zu sehen.

Im Hauptraum zeigt Krempke einen Ausschnitt seines Tagebuchs «Das Flüstern der Dinge». Seit zehn Jahren fotografiert er Alltägliches, keine «globalen Wichtigkeiten» («Der Standard»), klebt sie in Hefte, setzt Notizen hinzu, fotografiert die Seiten neu, Patrick Frey hat 2017 den Zwischenstand in seiner Edition herausgegeben. «Schauen, fotografieren, schreiben und wieder schauen. Was ich fotografiere, wird zu etwas anderem.»

Hinweis

Bis 27.10. Mi–Fr 14–18, Sa 11–16 Uhr

So, 21.10., 11 Uhr: Lesung mit Projektion: «Das Flüstern der Dinge»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.