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AUS DER REDAKTION: Buchtipps für Feministen

Bild: PD

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Sachbuch: Wie Feminismus cool wurde

Beyoncé, Emma Watson oder Taylor Swift bekennen sich dazu. Der Feminismus ist plötzlich hip. Stars und Unternehmen vertreten einen Spass- und Wohlfühl-Feminismus. Wie konnte es so weit kommen? Die US-Amerikanerin Andi Zeisler hat ein kluges und unterhaltsames Buch darüber geschrieben. Als die 44-Jährige vor über zwanzig Jahren das Gender-Magazin «Bitch» mitgründete, war es noch nicht trendy, sich eine Feministin zu nennen. In Zeislers Augen rammte Beyoncé «einen Pflock in den Boden», als sie 2014 an den Video Music Awards vor einem riesigen, grell erleuchteten «Feminist»-Schriftzug ihre Show abzog – im knallengen Glitzerfummel. «Der Feminismus, lange abgetan als das Reich der Wütenden, der Zynikerinnen, der Männerhasserinnen und der abstossend Behaarten, war plötzlich offiziell ein Thema. Er war scharf. Und das Wichtigste: Er war marktfähig.»

Zeisler nimmt Popmusik, Medien und Werbung unter die Lupe. Und wirft Blicke zurück: So beschreibt sie etwa, wie die Werbeindustrie die Frauen im frühen 20. Jahrhundert als Zielgruppe entdeckte. Und wie Zigarettenmarken den Konsumentinnen vorgaukelten, der einst Männern vorbehaltene Rauch sei die Emanzipation selber. Sie kommt zum Schluss: «Ich will, dass Feminismus auch dann noch Bedeutung hat, wenn niemand darüber singt, auf dem roten Teppich darüber spricht oder ihn auf Omas Schlüpfer druckt.» (mem)

Andi Zeisler: Wir waren doch mal Feministinnen. Rotpunktverlag, 287 Seiten, ca. Fr. 29.–


Ex-Antifeministin beschwert sich übers Leben

Die Welt ist nicht toll. Darüber zu schreiben, ist nicht einfallsreich. Aber im Fall von Ronja von Rönne, 25-jährig, wenigstens lustig. In ihren Kolumnen zeigt sie viele schlimme Orte. Ikea zum Beispiel. AfD-Demos. Oder Berlinale-Partys. Hinzu kommt die Langeweile mit sich selber: «Man kennt sich seit einigen Jahrzehnten, man weiss, was man morgens frühstückt, wie oft man duscht und was man gerne anzieht.» Von Rönne bringt auf den Punkt, warum man manchmal aus dem eigenen Leben flüchten will: «Man ist sich selber der ödeste Beziehungspartner.»

Die oft kurzen Texte sind klug und meistens witzig, der Ton ist konsequent schnoddrig und selbstironisch. Das muss man mögen. Das Problem ist: Selbst wenn man es mag, nervt es nach einer Weile. Das Buch ist keines, das man gerne am Stück durchliest. Dazu sind manche Geschichten auch zu dicht. Besser man portioniert die Lektüre.

Bekannt wurde die Autorin 2015 mit einem provokanten Text zum Feminismus («Warum mich der Feminismus anekelt»), was ihr über Wochen Schlagzeilen sicherte. Später distanzierte sie sich von dem Text. Noch im selben Jahr gewann sie beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, 2016 erschien ihr erster Roman «Wir kommen». (dpa)

Ronja von Rönne: Heute ist leider schlecht – Beschwerden ans Leben. Fischer Taschenbuch, 208 Seiten, ca. Fr. 18.–

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