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Aus zwei Klangkörpern wird ein Richard-Strauss-Orchester

Das Gemeinschaftskonzert des Luzerner Sinfonieorchesters und der Jungen Philharmonie Zentralschweiz gipfelte in der «Rosenkavalier»-Suite von Meister Richard Strauss.
Fritz Schaub
Sinfoniekonzert Junge Philharmonie im Konzertsaal des KKL in Luzern. Im Vordergrund sind links Lisa Schatzman und Isabel Charisius. Bild: (Pius Amrein / LZ)

Sinfoniekonzert Junge Philharmonie im Konzertsaal des KKL in Luzern. Im Vordergrund sind links Lisa Schatzman und Isabel Charisius. Bild: (Pius Amrein / LZ)

«Zwischen den Tönen» – unter diesem Motto steht das diesjährige Musikfestival Szenenwechsel der Musikhochschule Luzern, das so weit gefasst ist, dass es sehr unterschiedlich ausgelegt werden kann. Beim Gemeinschaftskonzert des Luzerner Sinfonieorchesters und der Jungen Philharmonie Zentralschweiz traf es bei Paul Hindemiths Symphonischen Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber geradezu wörtlich zu. Der deutsche Komponist setzte buchstäblich zwischen die Töne der Klavierstücke aus op. 10 und op. 60 sowie der Orchesterouvertüre zu Schillers «Turandot» eigene Töne und Linien. Letzteres Modell behandelte er im zweiten Satz, einem Scherzo, mit grösserer Freiheit als die Vorlagen der drei anderen Sätze. So trifft hier erst recht zu, dass er die entlehnten Stücke vor allem «ein bisschen schärfer gemacht hat», wie er in einem Brief ausführte, und so die romantische Vorlage der zeitgenössischen Musik annäherte.

Dass mit der Umwandlung auch manche Vergröberung verbunden ist, konnte auch die Wiedergabe durch das Gemeinschaftsorchester, das hier erstmals in grosser Besetzung antrat, nicht vergessen machen. Andererseits bietet das Werk so viele solistische Aufgaben und weist einen so zauberhaften Satz wie das Andantino auf, dass Stellen, in denen die Lautstärke überbordete, weitgehend wettgemacht wurden.

Ein komprimierter «Rosenkavalier»

In geradezu bestechender Form präsentierte sich das noch zusätzlich erweiterte Orchester in der abschliessenden «Rosen­kavalier»-Suite von Richard Strauss. Nie liess es dabei den Eindruck aufkommen, es handle sich um ein zusammengesetztes Orchester. Gewiss, die ersten Pulte wurden auch hier durch Mitglieder des Luzerner Sinfonieorchesters besetzt und bildeten das Grundgerüst. Die zahlreich vertretenen Mitglieder der Jungen Philharmonie Zentralschweiz ergänzten jedoch das Hausorchester des KKL zu einem in sich gerundeten und dynamischen Klangkörper.

Eigenartigerweise wurde diese Suite ungefähr zur selben Zeit wie die Metamorphosen von Hindemith 1944 und vom selben Dirigenten in den USA uraufgeführt, von Artur Rodzinski, von dem man annimmt, dass er auch der Verfasser der «Rosenkavalier»-Suite ist (wobei diese von Strauss ausdrücklich gebilligt wurde). Der Gastdirigent Yaron Traub, seines Zeichens langjähriger Chefdirigent des Orquesta de Valencia, führte die einzelnen Gruppen unspektakulär, dabei äussert wirksam und dynamisch klug abgestuft, durch die u. a. mit zwei Harfen besetzte Partitur. Vom ungestümen Beginn mit den charakteristischen Hornstössen entfachte er bis zum glänzenden Finale einen Klangzauber und einen Sog, dem man sich weder entziehen konnte noch wollte.

Einen eher didaktischen Zug hatte der Auftritt vor der Pause, indem der bekannten Sinfonia Concertante Es-Dur KV 364 von W. A. Mozart die Torso gebliebene Sinfonia Concertante A-Dur KV 104 vorangestellt wurde. Hier hat das Orchester weitgehend eine Begleitfunktion für die drei Solisten Lisa Schatzmann, Violine, Heiner Reich, Violoncello vom Luzerner Sinfonieorchester und die zugezogene Bratschistin Isabel Charisius inne. Ganz anders in der als Meisterwerk geltenden Sinfonia Concertante, wo sich auch die beiden vorzüglichen Solistinnen erst richtig entfalten konnten.

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