AUSSTELLUNG: Bieler Künstlerduo zeigt in Luzern monumentales Wimmelbild

Das Bieler Künstlerduo M.S. Bastien & Isabelle L. zeigen erstmals ihr monumentales Gemälde "Guernopolis" in der Öffentlichkeit. Das im Comic-Stil gefertigte Bild ist eine Adaption von Pablo Picassos "Guernica" und ab Samstag in der Kunsthalle Luzern zu sehen.

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Die Kunsthalle Luzern befindet sich im Bourbaki. (Bild: Philipp Schmidli)

Die Kunsthalle Luzern befindet sich im Bourbaki. (Bild: Philipp Schmidli)

Picasso hatte mit dem Bild auf die Zerstörung der baskischen Stadt Guernica im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) reagiert. Die Stadt war am 27. April 1937 von deutschen und italienischen Fliegern bombardiert worden, die auf Seiten der nationalistischen Putschisten unter General Francisco Franco gegen die Republik kämpften.

Picassos "Guernica" wurde noch im selben Jahr an der Weltausstellung in Paris gezeigt. Danach ging das Gemälde auf eine Reise durch Europa und die USA. Seit 1981 ist es in Madrid ausgestellt. "Guernica" ist eines von Picassos bekanntesten Werken.

M.S. Bastien & Isabelle L. wählten für ihre Adaption exakt dasselbe Format wie Picasso: "Guernopolis" ist 3,5 Meter hoch und 7,8 Meter lang. Das Gemälde besteht aus mehreren Leinwandfragmenten, die zu einem grossen Ganzen zusammengefügt worden sind.

Das Bieler Künstlerduo übernehmen von "Guernika" die von Angst und Schrecken geprägte Motivik, verwenden aber ihre eigene, vom Comic geprägte Bildersprache. Ergänzt wird diese durch Eigeninterpretationen der Künstler und durch lautmalerische Wörter.

Die Kunsthalle Luzern befindet sich im Bourbaki Panorama. Das Panorama ist ebenfalls ein Ort des kriegerischen Gedenkens: Das Rundgemälde zeigt Szenen aus dem Februar 1871, als während des Deutsch-Französischen Krieges 87'000 Soldaten der französischen Ostarmee bei Les Verrières NE in die Schweiz strömten.

Hinter dem Künstlerduo M.S. Bastien & Isabelle L. verbergen sich der 1963 geborene Marcel Sollberger und die 1967 geborene Isabelle Laubscher. Sie arbeiten und wohnen in Biel. "Guernopolis" ist bis am 12. Februar in Luzern zu sehen.

Gleichzeitig zeigt die Kunsthalle unter dem Titel "Retrospektive des Alleinseins" Werke der Luzerner Fotografen Mischa Christen und Patrick Blank. Im Zentrum der Ausstellung steht die Inszenierung des menschlichen Antlitzes. (sda)