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AUSSTELLUNG: Fantastische Tierwesen und anderes

Aline Zeltner zeigt im Akku Emmen verspielte Arbeiten. Doch gerade damit wirft sie Fragen auf über die Welt, in der wir leben.
Claire Hoffmann
Aline Zelter zeigt auch wundersame Unterwasserwesen. (Bild: PD)

Aline Zelter zeigt auch wundersame Unterwasserwesen. (Bild: PD)

Zwei Mädchen in lachsfarbenem und violettem Pulli. Eine lachsfarbene und violette Rose in der Hand. Sie stehen vor einer Hecke. Dahinter ragen, genau über ihren Köpfen, zwei Zeltspitzen hervor. Ein perfekt inszeniertes Bild von Aline Zeltner. Doch steckt es voller Zufälle: Als die Bieler Künstlerin in Emmenbrücke mit ihrer Kamera auf Erkundungstour ging, wusste sie kaum, dass sie zwei Floristinnen-Lehrlinge mit leuchtenden Pullis treffen würde. Oder sich mit diesen zugleich stolzen wie schüchternen jungen Frauen vor Hecke und Zelt ein kluges Spiel von Verdecken und Hervorgucken ergeben würde.

Aline Zeltners neue Fotoserie sind Porträts von Emmenbrücke in zweierlei Hinsicht. Nicht nur hält sie zufällige Begegnungen mit Bewohnern fest, der urbane Hintergrund ist genauso Protagonist – sei es eine Bahnhofsunterführung oder eine spiegelnde Vitrine mit türkischen Hochzeitskleidern.

Auch die grosse Rauminstallation erinnert an die um Bahnhof und Seetalplatz omnipräsenten Absperrungen und Baustellenzäune. Signalfarben in Rot-Weiss warnen und sperren ab, doch Zeltners Plastikbänder sind transparent und mit Kinderzeichnungen bedruckt – einem ebenso nicht klassifizierbaren wie universellen Gekritzel. Diese Bänder umwickeln die Säulen und Rohre, schaffen Felder und Kreuzungen. Vorsichtig schreitet man in diesen Raum, bückt sich und muss die Füsse heben, denn die Bänder sind in allen Höhen angebracht.

Bunte Schönheit aus Abfallmaterialien

Das Spielerische unterliegt vielen Arbeiten der Künstlerin. Etwa ihren Collagen, die sich zu fantastischen Tierwesen und Hirngespinsten zusammensetzen. Auch in dem Video «Il Pescatore» erscheinen wundersame Unterwasserwesen, die ein erstaunter Fischer langsam aus dem Wasser zieht. Aus Abfallmaterial, das die Künstlerin in Italien gesammelt hatte, entstanden diese Plastikwesen, die in ihrer bunten Schönheit verzaubern. Doch was für ein Meer ist das, wenn nur noch Plastikfische darin herumschwimmen? Was für eine Welt, wenn nur noch Grenzen und Absperrungen den Raum strukturieren? Was für eine Gesellschaft, wenn man nicht mehr den Blick für das Individuelle übrig hat? So stösst Aline Zeltner mit ihren Arbeiten an, sich Gedanken darüber zu machen, wo wir leben. Und wie wir leben wollen.

Claire Hoffmann

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Aline Zeltner: merry-go-round. Akku Kunstplattform, bis 2. Juli.

Veranstaltungen: Mittwoch, 7. 6., 18 Uhr: Drehorgelkonzert mit Peter X. Büssiger, danach Bar.

Donnerstag, 22. 6., 18 Uhr: Rundgang mit der Künstlerin.

Sonntag, 2. 7., 11 Uhr: Führung mit der Kuratorin Lena Friedli.

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