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AUSSTELLUNG: Kunst im Bourbaki Luzern: Ist es die Vergangenheit oder die Zukunft?

Kunst unmittelbar neben Müttern mit Kleinkindern und arbeitenden Digital Natives? Möglich ist das im Bourbaki Luzern. Dort gastiert der Künstler Bruno Murer. Und fragt sich, wie er Zeit im Raum verorten kann.
Von Holzskulpturen bis zu gemalten Ferienerlebnissen reicht die Palette von Bruno Murers Ausstellung in der Kunsthalle. (Bild: Kilian Bannwart/PD)

Von Holzskulpturen bis zu gemalten Ferienerlebnissen reicht die Palette von Bruno Murers Ausstellung in der Kunsthalle. (Bild: Kilian Bannwart/PD)

Eigens für die Kunsthalle Luzern hat er die Ausstellung «7 Tage – 7 Jahre» entworfen. In den Raum gesetzt hat er sie, damit er mit dem Phänomen der Zeit besser umgehen kann. Die installative Arbeit, wie der Nidwaldner Künstler seine neuste Ausstellung bezeichnet, besteht aus vier Einzelarbeiten, die jeweils auch eigenständig funktionieren.

Da hängen sieben grossformatige Ölpastellmalereien, die Murer Tagwerke nennt, sieben aufgeschlagene Feldbücher, die allesamt denselben Jahrestag zeigen, und sieben Holzskulpturen säumen auf einem Holztischhalbkreis das Panoramafenster.

Täglich ein Sommerferienerlebnis

In der Ecke der Ausstellungsfläche trifft man schliesslich eine siebenteilige Zeichnungsserie an, in denen Murer mit Farbstiften eine Sommerferienwoche lang täglich ein Erlebnis festgehalten hat. So unterschiedlich die einzelnen Arbeiten scheinen, alle haben sie etwas gemeinsam: Sie haben ihre eigene Zeitqualität.

Bruno Murer ist es ein Anliegen, dass in seiner Ausstellung verschiedene Qualitäten von Zeit erfahren werden können. Er sagt: «Es geht mir unmittelbar um eine Raum-Zeit-Verortung.» Die Objekte seien deshalb so angeordnet, dass man vom ersten zum zweiten und zum siebten Jahr der Entstehung gehen könne, ähnlich dem Phänomen einer Endlosschlaufe. Und dann möglicherweise nicht mehr wisse, ob es sich um ein vergangenes Phänomen oder doch die Zukunft handle.

Am deutlichsten wird die Zeitthematik bei den Holzskulpturen, die Murer ursprünglich als kleine Prototypen aus Ton fertigte und dann um ein Vielfaches grösser in Buchenholz übertragen liess. In den abstrakten Holzskulpturen sind die Jahresringe der Bäume genauso sichtbar wie die Frässpuren der Maschine, die den Figuren ihre Form gab.

Entstehung in Jahrzehnten, Veränderung innert Minuten

Die Langlebigkeit des Baumes und die schnelle Produktionsweise der Skulptur stehen dabei in einem Spannungsverhältnis, das sich auf den Betrachter überträgt. Oder anders gesagt: Was Jahrzehnte brauchte, um in dieser Form zu entstehen, kann innert Minuten modifiziert werden. Diesen Transformationsprozess wollte Murer aufzeigen und damit zum Nachdenken anregen. Kunstschaffende sollen laut Murer aber auch Vitalität und Lebensräumlichkeiten darstellen. Das heisst für ihn deshalb, dass er visuell dokumentiert, was sich unmittelbar vor seinem Auge abspielt. Sei das ein Basejumper, der von einer Flussbrücke in die Tiefe springt, Ameisen, die auf der eigenen Nase herumkrabbeln, oder eine Viper, die fast seine Frau gebissen hätte.

Bei der Dokumentation seiner Lebenswelt lässt einem Murer aber viel Freiraum, sich mit der eigenen Fantasie an die Werke anzunähern. So kuscheln Rehe plötzlich mit Eisbären, Forellen tummeln sich neben Walflossen, und ein Frosch sonnt sich genüsslich auf einem Schilfhalm.

Nadine Meier

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis
7 Tage – 7 Jahre. Malereien, Zeichnungen, Holzskulpturen. 23. Fe­b­ruar–8. April. Kunsthalle Luzern, Löwenplatz 11, Luzern. Mi–Sa, ­15–20.30 Uhr; So 14–18 Uhr.

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