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AUSSTELLUNG: Zentralschweizer Kunst in ihrer Vielfalt

23 Künstler präsentiert die Jahresausstellung im Kunstmuseum Luzern: eine schmale Auswahl, aber stimmig und sehenswert.
Urs Bugmann
Kunst trumpft als Natur auf: Sammlungskonservator Heinz Stahlhut vor dem Pferd von «Far of the beaten track» von Arienne und Pascale Birchler. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Kunst trumpft als Natur auf: Sammlungskonservator Heinz Stahlhut vor dem Pferd von «Far of the beaten track» von Arienne und Pascale Birchler. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

«Wir fassten die Auswahl von Anfang an bewusst eng, um eine schlüssige Ausstellung zu erreichen», sagt Heinz Stahlhut, neuer Sammlungskonservator am Kunstmuseum Luzern und Jurypräsident der aktuellen Jahresausstellung. «Es ging uns darum, mit qualitätvollen Arbeiten die Szene zu repräsentieren, auch über die Generationen hinweg, und nicht nur ‹Jungstars› zu zeigen.»

Das Altersspektrum reicht vom 70-jährigen Otto Lehmann bis zum 26-jährigen Camillo Paravicini. 203 Bewerbungen sichtete die Jury, neben Heinz Stahlhut den in Basel lebenden Luzerner Künstler Markus Schwander und die Kunstwissenschaftlerin Annamira Jochim, die den Raum für zeitgenössische Kunst Benzeholz in Meggen leitet. Als «sehr vielfältig und ausgesprochen lebendig» habe er bei der Auswahl die Zentralschweizer Szene erfahren, sagt Heinz Stahlhut.

Ausstellung «Il museo siamo noi», Kunst der 1970er Jahre aus Luzerner Privatbesitz. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ausstellung «Il museo siamo noi», Kunst der 1970er Jahre aus Luzerner Privatbesitz. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Werke von Benedikt Notter. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ausstellung «Il museo siamo noi», Kunst der 1970er Jahre aus Luzerner Privatbesitz. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Memory I, II und III von Marcel Glanzmann. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Kurator und Sammlungskonservator Dr. Heinz Stahlhut. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Aufhellung von Susanne Hofer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Camouflage: CH #1 und #2 von Jos Näpflin und Hösli von Davix. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Trophy von Stefan Gritsch. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Otto Lehmann bei seinen Bildern. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
10 Bilder

Jahresausstellung im Kunstmuseum

Gelöschter Film

Mit den «Camouflage»-Fahnen von Jos Näpflin empfängt die Ausstellung die Besucher: Auf rotem Stoff zeichnen weisse Linien die Figuren in allen Kantonswappen nach. Die zweite Fahne zeigt die Symbole in diesen Wappen als vielfaches Schichtenbild. Als eine Art Emblem hängt daneben das gerasterte Porträt des 2007 verstorbenen Luzerner Sängers Hösli von Davix: eine Identifikationsfigur der hiesigen Szene.

Malerei von Jennifer Kuhn, halb zwischen Traum und Wachen, zwischen realistischer Deutlichkeit und unbestimmbaren Zeichen, um Markknochen gelegte Farbmaterie von Stefan Gritsch und eine fast vollständig gelöschte Rolle Super-8-Film von Anna Sabina Zürrer sind im nächsten Raum zu finden. Camillo Paravicinis Gespenst will sich aus seinem Glaskubus befreien, und hinter Glas zeigt Vreni Spieser ihre Reihenarbeit «o.T. reloaded (Implosionen)». Sie entwickelt Formen, schneidet aus, fügt zusammen und arbeitet mit den Resten im nächsten Bild weiter.

Ein eigener Raum ist Videos vorbehalten. Judith Albert zeigt eines ihrer Haikus: «Venedig». Ihre Finger ziehen aus einer Wasserlache auf blauer Fläche Linien und zeichnen Raum- und Fassadenraster. Susanne Hofer zeigt in zum Turm aufgebauten Monitoren «Aufhellung»: Videobilder aus zerfallenden Räumen, die Überbelichtung ins Irreale aufhellt. Marianne Halter und Mario Marchisella lassen Bild und Tonspur auseinanderlaufen: Ein Mann zieht mit dem Velo einen Lautsprecher übers Feld, die Hufe einer Pferdeherde trommeln im Kopfhörer.

Objekte, Bilder, Fotografien präsentiert Lina Müller in «All over all» als Universum an Farben und Formen. Marcel Glanzmann malt die Rückseite von Bilderrahmen für Erinnerungsfotos und verweigert den Blick aufs Bild. Benedikt Notter öffnet seine akribisch gezeichneten Bilder ins Nirgendwo, und Andri Stadler zeigt seine fotografischen Dunkelbilder, die erst nach langem Hinsehen ihre Bildreste preisgeben.

Die Zeit und der Ort

Lebensnah nachgeformt haben Arienne und Pascale Birchler ein Pferd mit zwei jungenhaften Mädchen auf dem Rücken, unsinnig verlängert sind die Bestecke auf Samt («Förderverein») von Simon Kindle. Im Ensemble mit den gezeichneten Gittern und Stäben von Federica Gärtner, Jeoren Geels Stuckmarmortafeln, der schwarzen, in Segmente geschnittenen Kreisscheibe von Sandra Ulloni und dem Video «Zeit verstreichen» von Claudia Kübler ergibt dieses Reiterstandbild im letzten Raum eine einzige, vielgestaltige Aussage über die Zeit, den Ort und das Leben darin: ein schönes Fazit über diese grosszügig eingerichtete Ausstellung – die wie jede Auswahl natürlich auch ihre Lücken hat.

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