Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AUSSTELLUNGEN 2018: Schweizer Museen zeigen dieses Jahr kaum junge Kunst

Die Sichtung der Jahresprogramme von fast 40 Schweizer Kunstmuseen zeigt: Hierzulande setzt man auf bewährte Werte wie Hodler, Picasso und Giacometti.
Christina Genova
Ferdinand Hodlers Thunersee von 1905 ist in Genf und Bern zu sehen. (Bild: MAH Genf)

Ferdinand Hodlers Thunersee von 1905 ist in Genf und Bern zu sehen. (Bild: MAH Genf)

Christina Genova

Das Superkunstjahr 2017 mit Venedig-Biennale, Documenta und Skulptur-Projekte Münster ist vorbei. Dieses Jahr steht die europäische Wanderbiennale Manifesta an: Sie findet ab Mitte Juni in Palermo statt. Ein Wiedersehen mit einer Documenta-Künstlerin gibt es im Migros-Museum in Zürich: Maria Eichhorn führt dort ihre Arbeit «Building as Unowned Property» weiter aus. Die Künstlerin hat in Athen ein Haus gekauft mit dem Ziel, es zu einem Ort zu machen, der niemandem gehört. Mit Erwin Wurm ist ab Anfang Juni im Kunstmuseum Luzern ein Biennale-Künstler zu Gast, der die Besucher mit seinem begehbaren, auf der Schnauze stehenden Lastwagen vor dem Österreich-Pavillon verblüfft hat.

Eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts ist Maria Lassnig. Sie wäre 2019 hundert Jahre alt geworden. Dieses Jahr wird sie gleich mit zwei Ausstellungen geehrt: im Kunstmuseum St. Gallen mit einer konzentrierten Retrospektive, im Kunstmuseum Basel mit ihrem zeichnerischen Werk.

Bahnhof Zürich im Zeichen der Kunst

Die Blockbuster-Ausstellungen dürfen auch 2018 nicht fehlen: Die Retrospektive von Georg Baselitz in der Fondation Beyeler hat bereits begonnen. Ebenfalls in Basel folgt im März der zweite Streich. Nach einem Jahr Ausstellungspause meldet sich das Schaulager mit einem Paukenschlag zurück: Zusammen mit dem Museum of Modern Art in New York organisiert es die laut eigenen Angaben umfassendste Retrospektive zu Bruce Nauman, die je zu sehen war. Der 76-jährige Amerikaner gilt als einer der einflussreichsten Gegenwartskünstler. Aufsehen erregen wird die riesige Installation des Brasilianers Ernesto Neto, die sich im Juni und Juli in der Halle des Zürcher Hauptbahnhofs bis hinauf zur Decke ausbreiten wird. Die Installation besteht aus einem Netz aus handgeknüpften Baumwollbändern. In ihrem Innern gibt es Sitzgelegenheiten, Musik, Vorträge und Workshops. Präsentiert wird das Werk von der Fondation Beyeler.

Spannende Einzelausstellungen von jüngeren Künstlerinnen sind dieses Jahr eher spärlich gesät: Die erfolgsverwöhnte Deutsche Alicja Kwade stellt im Haus Konstruktiv in Zürich aus, der erst 30-jährige Kosovo-Albaner Petrit Halilaj im Berner Zentrum Paul Klee, die Italienerin Rosella Biscotti im Kunsthaus Baselland. Vielversprechende Soloshows von Schweizer Kunstschaffenden findet man fast ausschliesslich bei der mittleren bis älteren Generation – das heisst ab etwa 50 Jahren: Die einzige, die vom Alter her ausschert, ist die 39-jährige Objektkünstlerin Sara Masüger im Bündner Kunstmuseum. Der Medien- und Installationskünstler Yves Netzhammer stellt im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen aus, Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger richten im Museum Tinguely in Basel ein dreiteiliges Wunderkammerlabyrinth ein und halten Rückschau auf 25 Jahre künstlerisches Schaffen. Claude Sandoz zeigt im Kunstmuseum Luzern seine farbstrotzenden, von der Karibikinsel St. Lucia inspirierten Werke. Ian Anülls ebenso humorvolle wie tiefgründige Arbeiten auf Papier sind im Kunstmuseum Solothurn zu sehen. Anlass für die Einzelschau von Roman Signer im Kunstmuseum St. Gallen ist nicht sein anstehender 80. Geburtstag, sondern eine umfangreiche Schenkung der Sammlerin Ursula Hauser. Darunter ist sein Piaggio-Brunnen, der 1999 für die Biennale von Venedig entstand.

Down-Syndrom im Kunstmuseum

Todestage und Geburtstage sind stets willkommener Anlass für Ausstellungen in Schweizer Kunstmuseen: Vor 100 Jahren starb Ferdinand Hodler. Dessen gedenken das Genfer Musée d’Art et d’Histoire und das Kunstmuseum Bern gemeinsam: Anhand von 80 Gemälden wird Hodlers Kompositionsprinzip des Parallelismus analysiert. Zum 150. Geburtstag von Cuno Amiet zeigt das Kunstmuseum Solothurn prächtige Landschaften und Gartenbilder. Für das Kunstmuseum Basel bietet die vor 50 Jahren erfolgte erste Präsentation der Picasso-Schenkung Gelegenheit, diese Werke nochmals zu zeigen. Alberto Giacometti hat dieses Jahr zwar nichts zu feiern, doch lässt man ihn in Ausstellungen gerne anderen Künstlern begegnen: Im Kunstmuseum Winterthur gibt es ein Stelldichein mit Ferdinand Hodler, im Bündner Kunstmuseum mit Hugo Weber und in der Fondation Beyeler mit Francis Bacon.

Vor 100 Jahren wurde die Schweizerische Graphische Gesellschaft gegründet: Ausstellungen in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich und im Kunsthaus Grenchen zeigen auf, was deren Kunstförderung bewirkte. Seit 25 Jahren gibt es das Fotomuseum Winterthur: Mit einer Retrospektive des Schweizer Fotokünstlers Balthasar Burkhard (1944–2010) und einer Schau von Juergen Tellersind im Jubiläumsjahr zwei gegensätzliche Positionen programmiert.

Eine thematische Schau, die neugierig macht, findet im Zentrum Paul Klee statt: Unter dem Titel «Touchdown» ist dort ab heute eine Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom zu sehen. Das Kunsthaus Zürich widmet sich 500 Jahren Modegeschichte im Spiegel der Kunst. «Fashion Drive» heisst die Ausstellung. Das Vitra-Design- Museum in Weil hält Rückschau auf 50 Jahre Clubkultur und hat dafür mit «Night Fever» das passende Motto gefunden. Eine Ausstellung mit einem hochaktuellen Thema hat schon letztes Wochenende begonnen: «Future Love» im Haus für elektronische Künste in Basel untersucht die Auswirkungen der neuen Technologien auf unser Gefühlsleben und unsere Sexualität.

Maria Lassnig hat Ausstellungen in St. Gallen und Basel. (Bild: PD)

Maria Lassnig hat Ausstellungen in St. Gallen und Basel. (Bild: PD)

Balthasar Burkhard im Fotomuseum Winterthur. (Bild: PD)

Balthasar Burkhard im Fotomuseum Winterthur. (Bild: PD)

Urs Fischer in der grafischen Sammlung der ETH. (Bild: PD)

Urs Fischer in der grafischen Sammlung der ETH. (Bild: PD)

Ernesto Neto knüpft im Bahnhof Zürich ein Netz. (Bild: PD / Niels Fabaek)

Ernesto Neto knüpft im Bahnhof Zürich ein Netz. (Bild: PD / Niels Fabaek)

Claude Sandoz zeigt in Luzern karibische Impressionen. (Bild: Kunstmuseum Luzern)

Claude Sandoz zeigt in Luzern karibische Impressionen. (Bild: Kunstmuseum Luzern)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.