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Die zwei besten TV-Serien für den Herbst: Futurismus und 20er-Jahre

Im Herbst versuchen sich TV-Sender und Streamingplattformen mit spannenden und hochkarätig besetzten Serien zu überbieten. Zwei davon sind besonders empfehlenswert.
Cornelia Wystrichowski
Die Netflix-Serie "Maniac", ein Wurf des künftigen Bond-Regisseurs Fukunaga

Die Netflix-Serie "Maniac", ein Wurf des künftigen Bond-Regisseurs Fukunaga

«Maniac»: Schräger Pillentrip mit Top-Besetzung

Gestern wurde bekannt, dass Cary Fukunaga die Regie des neuen Bond-Films übernimmt. Den Namen des US-Amerikaners kennt kaum ein Film-, aber jeder Serienfan: Fukunaga hat «True Detective» geschaffen. Eine der erfolgreichsten Serien des TV-Streaminganbieters Netflix.

Just morgen startet auf der Plattform nun der neuste Streich des Regietalents: «Maniac» ist die wahrscheinlich schrägste Serie des Jahres. Mit von der Partie sind Oscar-Gewinnerin Emma Stone und Jonah Hill, die sich auf ein wildes Experiment mit Psychodrogen einlassen. Die ganze Serie hat die Optik eines Drogentrips, steckt voll schwarzem Humor und ist gespickt mit Anspielungen auf Science-Fiction-Klassiker wie Stanley Kubricks «2001».

Fantasiewelten werden als real erlebt

Mit hellblondem Haar verkörpert Emma Stone die junge Annie Landsberg, die unter dem zerrütteten Verhältnis zu ihrer Familie leidet und haltlos durch die Stadt taumelt. Owen Milgrim ist angeblich schizophren und kann sein Leben als reicher Erbe nicht geniessen. Bei einer klinischen Studie begegnen sich die beiden: Der Mediziner James K. Mantlerey will mit bewusstseinserweiternden Pillen jeglichen seelischen Schmerz ausmerzen, doch das Experiment geht schief und die Teilnehmer taumeln durch bunte Fantasiewelten, die sie als völlig real empfinden.

Dr. Mantlereys Droge ist alles andere als harmlos, und er nimmt es bewusst in Kauf, dass seine Probanden verrückt werden. «Maniac» basiert auf einer gleichnamigen norwegischen Serie aus dem Jahr 2014, hat sich jedoch weit von der Vorlage entfernt. Die Netflix-Adaption ist eine starbesetzte Science-Fiction-Story über gesellschaftliche Utopien und persönliche Träume, ein optisch furioses Feuerwerk, das dem Zuschauer Experimentierfreude, Aufmerksamkeit und Mitdenken abverlangt, aber mit grossartigen Kulissen und glänzend aufgelegten Hauptdarstellern punkten kann.

Maniac, ab 21.9. auf Netflix

«Babylon Berlin» ist die teuerste deutsche Serie aller Zeiten. (Bild: ARD)

«Babylon Berlin» ist die teuerste deutsche Serie aller Zeiten. (Bild: ARD)

«Babylon Berlin»: Teuerste deutsche Serie

Die Goldenen Zwanziger gehen zu Ende, nur noch vier Jahre, dann ist Hitler Reichskanzler. Während die Reichen in den Nachtclubs mit Charleston und Absinth feiern, gehen die Armen auf die Strasse.

Mit rund 40 Millionen Euro Produktionskosten gilt «Babylon Berlin» als teuerste deutsche Serie aller Zeiten – der Bezahlsender Sky und die ARD konnten das Mammutprojekt nur gemeinsam stemmen. Auf Sky lief die Serie bereits, jetzt kommt sie ins Öffentliche Fernsehen. «Babylon Berlin» ist ein Kopfsprung hinein in die Weimarer Republik. Gereon Rath (Volker Bruch) ist ein gebrochener Held und seit seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg drogenabhängig. Der Kommissar aus Köln ist ins Berliner Sittendezernat versetzt worden. Er ist auf der Suche nach einem kompromittierenden Film, auf dem eine bedeutende Persönlichkeit sadomasochistische Praktiken auslebt. Die Ermittlungen führen ihn in eine Welt zwischen kommunistischen Unruhen und aufkeimendem Nationalsozialismus.

Dekadenz, Kriminalität, Aufruhr

«Babylon Berlin» ist keine Serie der leisen Töne, sondern eine, um sich sattzusehen, mal derb, mal glamourös. Scharf akzentuierte Bilder von nächtlichen Hinterhöfen zitieren die expressionistische Filmkunst dieser Zeit, und wenn ein feister Geschäftsmann sich im Vergnügungspalast «Moka Efti» gierig gebratenen Oktopus in den Mund schaufelt, ist zum Thema Dekadenz alles gesagt – Halligalli in der Hauptstadt. Die Serie ist das Sittengemälde einer Epoche, die auf dem Vulkan tanzt.

180 Drehtage, knapp 300 Drehorte, 5000 Komparsen, 8000 Quadratmeter Aussenkulissen in Babelsberg: Damit sich der Aufwand lohnt, muss «Babylon Berlin» national und international ein Erfolg werden. Und es sieht so aus, als ginge die Rechnung auf: Die Serie wurde bereits mit Auszeichnungen und Kritikerlob überhäuft und in viele Länder verkauft. Kein Wunder, dass bereits neue Folgen in Auftrag gegeben wurden, die Dreharbeiten beginnen noch diesen Herbst. Stoff genug gibt es ja, Bestsellerautor Kutscher will die Handlung erst mit Band neun enden lassen, der kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs spielt.

Babylon Berlin, ab 30.9., ARD

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