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BALLENBERG: Ein Ueli, der sich durch nichts bestechen lässt

Gotthelf-Theater im Freilichtmuseum ist eine Erfolgsgeschichte. Mit «Ueli der Pächter» in neuer Bearbeitung geht sie nahtlos weiter.
Souveräner Profi unter teils umwerfend guten Laien: Bernhard Schneider als Ueli. (Bild: Markus Flück)

Souveräner Profi unter teils umwerfend guten Laien: Bernhard Schneider als Ueli. (Bild: Markus Flück)

Wer kennt ihn nicht, Gotthelfs Ueli, der sich vom liederlichen Knecht zum respektierten Bauern hocharbeitet? Auf dem Ballenberg wird uns der Roman diesen Sommer in einer schwungvollen und unterhaltsamen Inszenierung des Landschaftstheaters dargeboten.

Gotthelf und das Freilichtmuseum Ballenberg das gefällt dem Publikum. Schon zu «Elsi, die seltsame Magd» (1994) und «Käserei in der Vehfreude» (2000) strömte es in Scharen. Auch diesmal waren schon Tage vor der Premiere vom Mittwochabend alle Aufführungen inklusive Zusatzvorstellung ausverkauft. Und das dürfte nächstes Jahr bei «Ueli der Pächter» nicht anders sein.

Bearbeitung von Tim Krohn

Die Inszenierung überzeugt auch dank der Bearbeitung, die der Schriftsteller Tim Krohn aus Gotthelfs «Stück Weltliteratur» gemacht hat. Die bewährte Laientruppe aus der Region am Brienzersee gewinnt der Geschichte neue Facetten ab wohl nicht von ungefähr wird deutlich herausgearbeitet, wie Ueli zwei Bestechungsversuche abweist.

Der eben der Schauspielschule entwachsene Bernhard Schneider agiert in der Titelrolle als einziger Profi souverän und glaubhaft und lobt die Zusammenarbeit mit den Laien. Diese erbringen mit ihrer Spielfreude und Erfahrung eine mehr als beachtliche Leistung. Umwerfend ist Paul Eggenschwiler als Bauer Joggeli, der dem Ueli das Leben mit Intrigen schwer macht. Der neue Meisterknecht «regentet» ihm zu viel, und so verbündet er sich mit den Nichtsnutzen unter den Bediensteten, um Uelis Autorität zu untergraben.

Liebe mit Hindernissen

Auf Uelis Seite steht neben der Meistersfrau die Magd Vreneli, die Ueli die Augen öffnen will, welch schändliches Spiel die Tochter des Hofs mit ihm treibt. Als der Baumwollhändler aus Basel Tochter Elisi um den Finger wickelt, weil er den stattlichen Hof im Visier hat, geht Ueli endlich ein Licht auf. Doch Vreneli macht es ihm zunächst nicht leicht. Es möchte nicht Dreingabe sein, als Ueli die Chance bekommt, Pächter auf der Glungge zu werden, und meint gar: «Hochzyt ha isch no vil erger als stärbe.»

Die Geschichte vom Reifungsprozess eines Mannes, der anfangs jammert, er solle «nüt weder bös ha», folgt dem Original, das einiges an Derbheiten bereithält. Das Regieteam Renate Adam und Regina Wurster setzt die Vorlage adäquat um. Die Kulisse vor dem Bauernhof von 1709 wird gekonnt genutzt und schafft Atmosphäre. Ben Jegers Musik unterstreicht beklemmende Momente oder lässt Festfreude überquellen.

Hans Trachsel, sda

Hinweis

Die Vorstellungen (jeweils Mittwoch bis Samstag bis 31. August) sind ausverkauft. Falls an einem Spieltag Tickets verfügbar werden, werden diese von 14 bis 16 Uhr auf Telefon 033 952 10 44 zum Verkauf angeboten.

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