Ein Dirigent verabschiedet sich von der Konstanzer Oper

Seit 35 Jahren ist die Konstanzer Oper im Rathaushof geprägt vom Engagement des Dirigenten Peter Bauer. Mit einer stillen Inszenierung von Mozarts «La clemenza di Tito» verabschiedet er sich jetzt.

Martin Preisser
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Gleich vorweg: Als Mozartliebhaber sollte man sich Mozarts letzte Oper «La clemenza di Tito» von 1791 unbedingt ansehen. Sie ist voll feiner, eher hintergründiger Musik; auf wunderbare Weise wirkt das Stück schlicht und luftig gezeichnet. Mozart also nochmals von seiner ganz intimen Seite.

Der Konstanzer Dirigent Peter Bauer hat die Rathausoper, ein fester, beim Publikum seit jeher beliebter Termin im regionalen Konzertkalender, 35 Jahre geprägt. 1983 hat er mit Mozarts erster Oper angefangen und beendet jetzt ein spezielles und stets liebevoll gestaltetes Engagement mit Mozarts letzter Oper.

Schlichtheit und Feinsinn prägen die Inszenierung

Wahrheit und Verrat, Rache, Reue oder Vergebung – das Stück um die Mildherzigkeit des römischen Kaisers Tito wird im Rathaushof von Alexander Irmer ebenfalls schlicht und intim inszeniert. Mozarts Musik rückt ­dadurch ganz ins Zentrum. Auch diese Produktion enthält wiederum alle Ingredienzien, welche die Konstanzer Rathausoper ­ausmachen: Ruhige Inszenierung in quasi familiärem Rahmen, schlichte Bühnenbilder, welche die Renaissancekulisse für sich sprechen lassen, und keine prallen Regieeinfälle. Peter Bauer führte das Orchester wiederum liebevoll, feinsinnig und nah an der Sängercrew durch den Abend. Da kommt nichts pompös, sondern alles fast kammermusikalisch gedacht daher.

Das Bühnenbild von Andreas Lukas Mayer besteht lediglich aus vier einfachen Spielebenen, einer Treppe und einem Balkon. Auffälliger die Kostüme, für die auch Mayer verantwortlich zeichnet. Eine Einkleidung von modisch modern bis historisch, und bei der Figur von Sextus gar ein wenig militärisch. Die Kostüme unterstrichen deutlich, dass das Stück über Barmherzigkeit, welche die Rache besiegt, zeitlos ­gedacht ist.

Die Solisten, bei denen vier Frauen- zwei Männerrollen gegenüberstanden, agierten in dieser Produktion auch eher ­intim als vordergründig, am ­Anfang fast ein wenig verhalten. ­Besonders haften bleibt die Südamerikanerin Daniela Vega als Sextus, die mit einer breiten stimmlichen Farblichkeit zum sängerischen roten Faden der ­Inszenierung wurde.

Vorstellungen am 17., 18., 20. und 22. August, 20.45 Uhr, Rathaushof, Konstanz; Karten: rathausoper.de oder Tel. 0049 7531 282 76 97