Bedeutender Sammlungszuwachs: Ein Turner-Aquarell fürs KKL

Das Kunstmuseum Luzern hat im Nachgang zur Erfolgsausstellung «Turner. Das Meer und die Alpen» vom vergangenen Jahr ein Werk des britischen Künstlers in seine Sammlung erhalten.

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(sda) Das Kunstmuseum Luzern kann mit einem Aquarell des berühmten britischen Malers J.M.W. Turner in seiner Sammlung auftrumpfen. Der Kaufvertrag für das 800'000 Euro teure «The Rigi, Lake Lucerne, Sunset» (1842–43) von J.M.W. Turner habe unterzeichnet werden können, teilt das Museum am Donnerstag mit. Es ist demnach erst das sechste Werk des britischen Malers, das sich in einer Schweizer Sammlung befindet.

J. M. W. Turners «The Rigi, Lake Lucerne, Sunset», 1842–43.

J. M. W. Turners «The Rigi, Lake Lucerne, Sunset», 1842–43.

Bild: Kunstmuseum Luzern

Den Kauf möglich gemacht hat einerseits ein Initialbeitrag des Bundesamtes für Kultur (BAK), das mit der Eidgenössischen Gottfried Keller-Stiftung (GKS) die Hälfte des Kaufbetrages übernahm. Es kauft immer wieder bedeutende Werke mit Schweizer Bezug für die Eidgenossenschaft an und deponiert diese als Dauerleihgaben in Schweizer Museen.

Anderseits hätten Stadt und Kanton Luzern sowie viele Menschen, die sich für das Aquarell begeisterten, dazu beigetragen, das Werk für Luzern zu sichern. Mit Turners Aquarell erhalte das Kunstmuseum Luzern mehr Gewicht und erweitere seine Verhandlungsmöglichkeiten im Leihgaben-Powerplay.

Sechs Mal in der Schweiz

Das Aquarell aus den Jahren 1842/43 gehöre zu Turners ausdrucksstärksten Spätwerken, schreibt das Museum. Es zeigt die Rigi in schimmernden Farbtönen bei Sonnenuntergang, geschäftiges Leben am Ufer und dahinter die Hofbrücke, die sich bereits im Abbruch befindet.

Der Lichtmaler William Turner, der von 1775 bis 1851 lebte, hatte sechs Mal die Schweiz bereist, um Fels, Eis, Wind und Wetter zu studieren. Dabei machte er auch in Luzern halt, von wo aus er die Rigi malte.

Im vergangenen Jahr zeigte das Kunstmuseum die Ausstellung «Turner. Das Meer und die Alpen» mit 100 Turner-Bildern. Sie stammten von zehn privaten und öffentlichen Leihgebern. Wichtigste Partnerin war die Londoner Tate, die 83 Werke zur Verfügung stellte. Die Bilder stiessen auf grosses Interesse. Insgesamt besuchten 71'496 Personen die Ausstellung.

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Susanne Holz