Beethoven-Sinfonie zu dritt und doch im Original

Corona macht’s möglich: Erstmals tritt eine Kammermusikformation in Eigenregie im Konzertsaal des KKL auf.

Urs Mattenberger
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Er wolle den Konzertsaal so rasch wie möglich wieder mit Musik füllen: Gesagt hatte das der CEO des KKL, Philipp Keller, in der «Tagesschau», als der Bundesrat ankündigte, ab dem 6. Juni wieder Veranstaltungen bis 300 Personen zuzulassen. Er werde sich bemühen, sagte er, kurzfristig organisierbare Anlässe ins KKL zu holen, auch wenn sich damit vorerst kaum Geld verdienen lasse.

Vor dem Fernseher sass damals auch Martin Staub, Pianist des renommierten Schweizer Klaviertrios. Dieses hatte während des Lockdown ein Sonderprogramm einstudiert, das mit Beethovens zweiter Sinfonie wie geschaffen ist für den KKL-­Konzertsaal. Denn obwohl das Schweizer Klaviertrio sie zu dritt spielt, erklingt die Sinfonie im Original: in Beethovens eigener Fassung für Klaviertrio.

Corona-Projekt in einem quasi privaten Rahmen

Das Corona-Projekt überzeugte auch das KKL, das gegenwärtig den Konzertsaal zu speziellen Tarifen vermietet. Und so kommt es am 4. Juli im KKL zu einer Kammermusikpremiere. Kammermusik veranstalten da zwar Lucerne Festival und das Luzerner Sinfonieorchester. Aber es ist das erste Mal, dass hier eine Kammerformation in Eigenregie auftritt und mit nur 300 zugelassenen Besuchern den Saal leicht «füllen» dürfte.

«Unsere Idee zu diesem Projekt entstand ja wegen der Situation, dass Sinfoniekonzerte vorerst schwierig bleiben», erklärt Staub: «Wir fanden, das Publikum müsse deswegen im Beethoven-Jahr nicht auf eine Sinfonie von Beethoven verzichten, da es ja die originale Triofassung von ihm selber gibt.» Zudem führt das Trio damit seine Reihe mit CD-Einspielungen von Werken von Beethoven für Klaviertrio weiter. Das gilt auch für die zweite Rarität, die im Konzert erklingt: Beethovens Bearbeitung seines Streichquintetts op. 4 für Klaviertrio, die 1806 unter der Opuszahl 63 erschien und erst vor wenigen Jahren neu gedruckt wurde. «Ein herrliches Stück», begeistert sich Staub, «das kaum bekannt ist und in dieser Fassung eine Schweizer Erstaufführung sein könnte». Zudem verspricht er sich das Gefühl einer gewissen Exklusivität, weil die Besucher «diesen tollen Konzertsaal in einem fast schon privaten Rahmen erleben können».

Hinweis

Schweizer Klaviertrio: Samstag, 4. Juli, 19.30, Konzertsaal KKL. www.kkl-luzern.ch