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Sarnen: Begeisternde Auftritte im Eldorado des Hornklangs

Drei international bekannte und zwei einheimische Hornisten verbanden sich mit dem Sinfonieorchester des internationalen Hornfestivals Obwalden. Das vielseitige Programm mit einigen Raritäten löste grosse Begeisterung aus.
Fritz Schaub
Stefan Dohr von den Berliner Philharmonikern liess mit den anderen Solisten die Romantik aufblühen. (Bild: Roger Gruetter, 1. Juni 2019)

Stefan Dohr von den Berliner Philharmonikern liess mit den anderen Solisten die Romantik aufblühen. (Bild: Roger Gruetter, 1. Juni 2019)

Erstmals trat am Samstagabend auch das Sinfonieorchester in Aktion, das seit 2016 ein fester Bestand des Hornfestivals ist. Es setzt sich aus Berufsmusikern (dazu zählen etwa Mitglieder des Luzerner Sinfonieorchesters) und talentierten Musikstudenten zusammen.

Schon die einleitende Ouvertüre zu der Oper «Hänsel und Gretel» von Engelbert Humperdinck zeigte, dass es dem Schweizer Dirigenten Philippe Bach, der vor allem in Deutschland tätig ist, gelungen ist, aus den verstreuten Mitgliedern ein homogenes Ensemble zu bilden. Der Hornklang im Orchester beschwor von Beginn an eine märchenselige Waldstimmung herauf. Dass das von Humperdinck geforderte Wagner-Orchester in kleinerer Streicherbesetzung antrat, war kein Nachteil, im Gegenteil. Auch so füllte es mühelos den Raum der Mehrzweckhalle Aula Cher.

Ein gefürchtetes Werk von Schumann

In bester Kapellmeistermanier hob der ausgebildete Hornist Philippe Bach auch Mittelstimmen hervor, liess die Holzbläser zum Zug kommen und erreichte so einen ausgeglichenen Gesamtklang ohne Schwerfälligkeit.

Das Horn ist das romantische Instrument par excellence. So erstaunt nicht, dass mit dem Konzert für vier Hörner und Orchester F-Dur op. 86 von Robert Schumann noch ein frühromantisches Schwergewicht erklang. Eines aber auch, das wegen seiner Schwierigkeiten gefürchtet ist. Schon allein, vier hervorragende Hornisten aufzubieten, verursacht Kopfzerbrechen, sodass nicht erstaunt, dass man ihm selten im Konzertsaal begegnet.

Wenn sich aber vier Hornisten wie Stefan Dohr, Richard Watkins, Lukas Christinat und Florian Abächerli zusammenfinden, ist garantiert, dass die Romantik in ihrem eigensten Sinne aufblüht. Ihrem Charakter entspricht es auch, dass die drei Sätze (lebhaft – Romanze – sehr lebhaft) direkt ineinander übergehen. Die Krone gebührt zweifellos Stefan Dohr, dem Solohornisten der Berliner Philharmoniker, der zum ersten Mal in Sarnen auftrat und das Quartett souverän anführte. Auffallend, wie technisch mühelos und leicht sein Vortrag wirkte, vorab bei den hohen Tönen, die vor allem ihm anvertraut waren.

Die Koryphäen wurden ihrem Ruf gerecht

Bereits vor der Pause war Stefan Dohr als Solist im Konzert für Horn und Orchester von Paul Hindemith aufgetreten. Sein virtuoser, die vielen Schwierigkeiten souverän meisternder Vortrag entschädigte für das nicht sonderlich inspirierte Konzert, das in der Menge der zahlreichen, für die verschiedensten Instrumente komponierten Werke des einst revolutionären und dann zusehends konservativeren Komponisten untergeht. Selbst die umfangreiche Biografie von An­dres Briner weiss nur zu berichten, dass das Konzert während eines Ferienaufenthalts im Wallis entstand. Uraufgeführt wurde es in Baden-Baden 1950 unter Leitung des Komponisten und mit Dennis Brain als Solisten.

Dieser Name gab das Stichwort für das nachfolgende Fragment «In Memoriam Dennis Brain» von Benjamin Britten, das gemäss Richard Watkins, einem der vier Solisten, erst vor 20 Jahren entdeckt wurde. Der damals als weltbester Hornist geltende Brite Dennis Brain war durch einen tragischen Autounfall früh aus dem Leben gerissen worden. Eigenartigerweise erwacht das Stück nach einer tieftraurigen, von Lukas Christinat feinfühlig angestimmten Einleitung immer mehr zu rührigem Leben.

Virtuose Interpretation eines Werks von John Williams

Das Highlight punkto Virtuosität bot Radovan Vlatkovic im fünfsätzigen Konzert für Horn und Orchester des amerikanischen «Star Wars»-Komponisten John Williams. Was der kroatische Meisterhornist an lang ausgehaltenen Melodiebögen, klanglicher Differenzierung und geläufiger Agilität bot, war zum Staunen. Das äussert dankbare, zahlreich erschienene und beifallsfreudige Publikum applaudierte jeden Vortrag begeistert.

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