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Yvonne Eisenring: «Beim Tod fehlen uns die Worte»

Interview: Susanne Holz
Autorin Yvonne Eisenring

Autorin Yvonne Eisenring

Yvonne Eisenring, den viel zu frühen Tod eines geliebten Menschen – erträgt man den irgendwann besser?

Ja. So abgedroschen es klingt, Zeit heilt Wunden. Als man mir diesen Satz sagte, kurz nachdem mein Vater gestorben war, empfand ich das als Affront. Ich finde, dass er in der ersten Zeit nicht sehr passend ist. Aber es stimmt, es ist «eine Frage der Zeit», bis der Schmerz kleiner wird.

Was hat Ihnen in der ersten Zeit über den Verlust geholfen?

Gespräche, vor allem die mit Mutter und Schwester. Wir haben sehr oft über meinen Vater und den Tod gesprochen.

Sie wünschen sich, dass das Thema Tod kein Tabu mehr ist. Wie gelingt uns das?

Indem wir darüber reden. Wir können über so viel Intimes reden, aber beim Tod fehlen uns die Worte. Das ist auch ganz okay, wenn man nicht mit dem Tod in Berührung kommt. Aber wenn man jemanden verliert, wird es schwierig, weil man nicht nur unter dem Verlust leidet, sondern sich auch noch auf eigenartige Weise schämt. Man hat etwas erlebt, über das man nicht reden darf. Das ist hart. Und da wünsche ich mir, dass sich das ändert.

Viele fürchten wohl, unsen­sibel zu sein, sprechen sie andere auf einen Verlust an – ist das ein Trugschluss?

Ja, ich glaube, das ist ein Trugschluss. Ich persönlich habe nie nicht von meinem Vater erzählt, weil mir das Thema unangenehm war, sondern weil mir bewusst war, wie unangenehm das Thema für mein Gegenüber ist. Ich verstehe aber diese Furcht, weil wir nie gelernt haben, natürlich mit dem Thema umzugehen.

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