BELLETRISTIK: Dan Brown lässt Robert Langdon wieder aufleben

Dan Brown veröffentlicht sein fünftes Buch über die Figur Professor Robert Langdon. Dafür wagt sich der US-Bestsellerautor sogar ins Rampenlicht.

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Dan Brown besucht übernächste Woche die Frankfurter Buchmesse. (Bild: Jerry Lampen/EPA (Amsterdam, 8. Januar 2014))

Dan Brown besucht übernächste Woche die Frankfurter Buchmesse. (Bild: Jerry Lampen/EPA (Amsterdam, 8. Januar 2014))

Auf Dan Browns Schreibtisch soll angeblich eine antike Sanduhr stehen. Ist der Sand nach einer Stunde durchgelaufen, macht der Starautor einige Streckübungen. Dann schreibt der 53-jährige Amerikaner weiter. Das Ergebnis ist bekannt: die in über 40 Sprachen übersetzte Buchreihe um den Symbologie-Professor Robert Langdon, welche Dan Brown auf die Listen der bestbezahlten Schriftsteller der Welt katapultiert hat.

Und nach «Illuminati», ­«Sakrileg», «Das verlorene Symbol» und «Inferno» geht es jetzt nochmals weiter mit den Abenteuern von Langdon: In Browns neustem Roman Origin, der heute erscheint, kämpft der Mickey-Maus-Uhr-tragende, klaustrophobische und stets in Schwierigkeiten geratende Harvard-Professor Langdon wieder gegen religiöse Fanatiker und gefährliche Geheimorganisationen.

Damit setzt der Autor wieder auf sein bewährtes Erfolgs­rezept und verknüpft geheime Codes, Wissenschaft, Religion, Geschichte, Kunst und Architektur. Konkret geht es im Buch um einen Anlass in Spanien, bei dem Antworten auf «zwei der fundamentalsten Fragen der menschlichen Existenz» enthüllt werden sollen. Doch die Entdeckung droht verloren zu gehen und Langdon, der dem nachgeht, gerät in Gefahr. Romantiker werden dabei nicht enttäuscht – auch diesmal ist wieder eine Frau an Langdons Seite.

Es ist dieses Wechselspiel von Wissenschaft und Religion, von Wirklichkeit und Fiktion, das bei Browns Lesern eine grosse Faszination hervorruft. Und ebenso bei Brown selbst: Als Sohn eines hochangesehenen Mathematikprofessors und einer bekannten Kirchenmusikerin wuchs er in einem Umfeld auf, in dem die beiden Gebiete keine Gegensätze darstellten.

Diese Kombination ist es auch, auf der heute sein weltweiter Erfolg basiert. Zunächst als Englisch- und Spanischlehrer an seinem früheren College Amherst in Massachusetts tätig, widmete sich Brown ab 1996 ganz seiner Arbeit als Schriftsteller. Sein Erstling, «Diabolus», erschien zwei Jahre später und brachte bereits seine Vorliebe für Geheimcodes und Spionagethriller zum Ausdruck.

Doch insbesondere mit seinem Werk «Sakrileg» (The Da Vinci Code) hat Brown nicht nur Millionen von Lesern gewonnen, sondern auch den Groll der katholischen Kirche auf sich gezogen. Der Kreuzzug der Kirche gegen die Veröffentlichung tat seinem Erfolg jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil. Abgesehen vom medialen Echo bei seinen Buchveröffentlichungen oder Premieren der Verfilmungen hört man von Dan Brown indes erstaunlich wenig. Und das scheint ihm ganz recht zu sein. Zusammen mit seiner Frau Blythe Newlon, die Kunsthistorikerin und Malerin ist, lebt er zurückgezogen in New England.

Ganz im Sinne von «willst du gelten, mach dich selten», wird sein Besuch an der Frankfurter Buchmesse, die übernächstes Wochenende stattfindet, bereits als «Glücksfall» gewertet. Dort stellt er seinen neuen Thriller vor.

Gabriela Jordan