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Benedikt Weibel: «Die Welt stand uns Jugendlichen offen»

Benedikt Weibel 1968. (Bild: Privat)

Benedikt Weibel 1968. (Bild: Privat)

«Meine Eltern hatten noch die Ent­behrungen der Kriegsjahre erlebt und schafften sich nun ihren bescheidenen Wohlstand. Wenn wir Kinder Mist ­bauten, versohlte uns der Vater den ­Hintern. Ungebührliches Verhalten in der Schule wurde mit dem Rohrstock ­geahndet. Anfang der 60er-Jahre war plötzlich der neue Sound da. Man musste allerdings Radio Luxemburg empfangen, um die Beatles zu hören. Der graue Mief der 50er-Jahre wich der Lust und Lebensfreude. Die Wirtschaft boomte, die Welt stand uns Jugendlichen offen.

Tanzen und diskutieren – ­nächtelang

Meine langen Haare führten zum ersten dauerhaften Konflikt mit meinem Vater. Um die frühen Sperrstunden der Beizen in Solothurn zu umgehen, mieteten wir ein Stöckli auf dem Land. Dort tanzten wir Nächte durch. Am anderen Morgen diskutierten wir über die Befreiungskämpfe in Afrika, die Rassenkonflikte in den USA und den Krieg in Vietnam. Wir lasen Hesse, Camus, ­Sartre und die ­Bücher über die anti­autoritäre Schule in Summerhill. Später die Schriften von Marx und Lenin. Die Diskussionen wurden politischer. Auch in der WG, in der ich mittlerweile wohnte. Ich besuchte ­einige Veranstaltungen der POCH (Progressive Organisationen), was in einer Fiche der Bundesanwaltschaft vermerkt wurde. Der theoretischen Diskussionen über die Generallinie der Partei überdrüssig, trat ich 1972 der Sozialdemokratischen Partei bei. Glücklich, wer in dieser ausserordentlichen Zeit aufwachsen durfte.»

Hinweis

Benedikt Weibel, geboren 1946 in Thun, ist ein Schweizer Manager, Autor und Publizist. Von 1993 bis 2006 war er Generaldirektor der SBB.

Benedikt Weibel (heute 71). (Bild: Privat)

Benedikt Weibel (heute 71). (Bild: Privat)

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