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Kino: Bigfoot will nach Hause

«Mister Link» heisst der neuste Wurf des amerikanischen Animationsstudios ­ Laika («Coraline»). Technisch auf höchstem Niveau, ist die Story etwas gar brav.
Regina Grüter
Der Forscher trifft auf den einsamen Bigfoot. (Bild: Praesens Film)

Der Forscher trifft auf den einsamen Bigfoot. (Bild: Praesens Film)

Am Anfang ist da nur ein Fussabdruck. Ein Riesenfussabdruck. Erst noch aber ist der Erforscher mythischer Kreaturen, Sir Lionel Frost (Stimme: Hugh Jackman), mit einem anderen prähistorischen Ungeheuer beschäftigt: Nessie. Im Kampf gegen das Ungeheuer von Loch Ness erweist sich Sir Lionel nicht nur als gebildet und kultiviert, sondern auch als unglaublich mutig. Doch den erforderlichen Beweis, um in den Club der grossen Abenteurer um Lord Piggot-Dunceby aufgenommen zu werden, konnte er noch immer nicht erbringen. Vom Seeungeheuer ist Bigfoot, der haarige Riese, nicht weit entfernt. Und vielleicht liegt da ja seine grosse Chance.

Das US-amerikanische Animationsstudio Laika schickt das Publikum in «Mister Link» in die Welt der Mythen und Legenden und ihren Helden aus dem viktorianischen England in die Neue Welt, wo er doch tatsächlich auf den Sasquatch trifft, wie Bigfoot in Kanada auch genannt wird: Er ist der «Missing Link», das fehlende Glied in der Evolution vom Affen zum Menschen. Diese Begegnung mit «Mister Link» (Stimme: Zach Galifianakis) ist nicht das Ende, sondern der Anfang ­einer Geschichte, die nach einem guten Start zwar auf hohem Niveau bleibt, und trotzdem nicht vollends zu begeistern vermag.

Einzelne Szenen wie die Saloon-Schlägerei sind grossartig. Aber letztlich ist die Reise nach Shangri-La, wo Mister Link auf seine «Cousins», die Yetis, stossen soll, vergleichbar mit dem Protzen mit illustren Schauplätzen in hochkarätigen Actionfilmen. Begleitet werden die beiden auf ihrer Suche nach Anerkennung (Sir Lionel) und Artgenossen (Mister Link) von der Forscher-Witwe Adelina Fortnight (Stimme: Zoe Saldana). Sie ist es, die die Moral der Geschichte als Erste erkennt. Auch sonst gibt es viel Frauenpower in «Mister Link». Das wirkt aber leider ein bisschen anbiedernd.

Handgewebter Anzug, ­ Sattel aus echtem Leder

Auf höchstem Niveau ist die Stop-Motion-Technik, obwohl das manchmal schon zu gut aussieht. Dass es sich um echte Puppen und Objekte handelt, erkennt man am besten an den Kostümen und Requisiten: der handgewebte Anzug von Sir Lionel, der Pferdesattel aus echtem Leder.

«Mister Link» ist schön anzusehen und verfügt zudem über kindergerechten Humor. Der Film kommt aber nicht an die grossen Laika-Erfolge wie «Coraline» und «Kubo And The Two Strings» heran. Dafür ist die Story einfach zu brav und massenkonform. Das vermeintliche Monster kann sprechen und schreiben und ist vor allem eines: lieb, süss und arglos – und deshalb der bessere Mensch.

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