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Blue Balls: Das sind unsere Tipps aus dem Rahmenprogramm

Am Freitag startet das Blue Balls. Wir haben für jeden Tag einen Tipp aus dem Rahmenprogramm ausgesucht.
Michael Graber
Beim Pavillon pulsiert das Blue-Balls-Leben jeweils besonders heftig. (Bild: Dominik Wunderli)

Beim Pavillon pulsiert das Blue-Balls-Leben jeweils besonders heftig. (Bild: Dominik Wunderli)

Viele der wichtigen Entscheidungen werden getroffen, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Auch darum beginnen eine Vielzahl aller Liebesgeschichten eher mit einem Abendessen als mit einem Frühstück. In was sich Lachy Doley in Luzern genau verliebt hat, weiss man nicht. Aber auf jeden Fall stand der Australier 2018 mit der Rockband Wolfmother auf der Bühne und eröffnete den Blue-Balls-Verantwortlichen spätnachts, dass er mal mit seiner eigenen Band zurückkommen möchte.

Und da die Liebe offenbar gegenseitig war, steht Lachy Doley jetzt dieses Jahr im Blue-Balls-Line-up. Am 24. Juli spielt er ab 23 Uhr im Hotel Schweizerhof. Erstaunlich dabei: Die Hammondorgel, die der Frontmann spielt, ist hier klar das Hauptinstrument. Zusammen mit Whammy Clavinet, Drum, Gesang und Bass (ja: ohne Gitarre) macht Doley knackigen, energiegeladenen Blues, den er mit einer gehörigen Portion Schmiss und Funk mischt. Es ist ein treibender Sound, in dem man die Gitarre nie vermisst. Auch darum ist Doley einer der Acts, die man im diesjährigen Blue-Balls-Rahmenprogramm nicht verpassen sollte.

Lachy Doley (Bild: PD)

Lachy Doley (Bild: PD)

Richtig schnell, richtig 
gute Laune

Anders als beim Hauptprogramm findet man auf den kleineren Bühnen rund ums Seebecken keine wirklich grossen Namen. Es ist ein fein abgestimmtes Angebot an Bands und Künstlern. Hörbar ist auch in diesem Jahr, dass das Programm eher etwas erdiger wird. Mehr Gitarren, weniger Schnörkel, im Zugang oft nicht sonderlich schwierig.

Einige Hörproben gibt es in der Spotify-Playlist des Blue Balls:

Es passt ganz gut, dass die Black Tropics aus Lausanne den Start machen. Sie eröffnen am 19. Juli um 18 Uhr auf dem Pavillon. Das ist Rock im Trio, der genug wuchtig ist, um rasch in die Beine zu fahren, und genug clever, um nicht jede offensichtliche Wendung zu nehmen. Das macht richtig schnell richtig gute Laune.

Black Tropics. (Bild: PD)

Black Tropics. (Bild: PD)

Komplett anders sind Steiner & Madlaina (20. Juli, Pavillon, 20 Uhr). Die beiden jungen Frauen machen sorgfältig arrangierten, intelligenten Pop mit Texten auf Deutsch, Schweizerdeutsch und Englisch. Witzige, tiefgründige und manchmal abgründige Songs über das Leben und die Liebe. Steiner & Madlaina sind derzeit eines der spannendsten Duos in der Schweizer Musiklandschaft. In Deutschland werden sie längst gefeiert und die Konzertsäle werden immer grösser.

Steiner & Madlaina. (Bild: Nils Lucas)

Steiner & Madlaina. (Bild: Nils Lucas)

Perfekt unter freien Himmel passen Deadbeatz (19. Juli bis 21. Juli, jeweils 18 bis 22 Uhr, Schweizerhof Plaza). Zwei ­Österreicher mit vielen Tattoos und einmal kräftigem Vollbart spielen den Blues mit einem Schuss Punk und genügend Dreck. Das dampft, stampft und zischt und könnte eine ziemlich launige Angelegenheit werden.

Deutlich mehr Aufmerksamkeit bei den Zuhörern erfordert Didirri (22. Juli, ab 18 Uhr, KKL Plaza). Der Australier macht kantigen Folk-Pop, der von seiner Stimme lebt. Er berührt mit seinen Songs, die recht dunkel klingen können. Aber er lässt immer wieder Licht hinein und hat einen gewissen Hang zu grossen Gesten. Das steht ihm ganz gut. Cleverer Pop, der einnimmt und nicht mehr so leicht loslässt.

Didirri. (Bild: PD)

Didirri. (Bild: PD)

Der Teufel hat die 
Elektromusik erfunden

Wieder zurück vor den Schweizerhof geht es für Ophelia’s Iron Vest (22. Juli bis 24. Juli, jeweils 18 bis 22 Uhr). Die Luzerner Country-Band findet genau den richtigen Weg zwischen Unterhaltung und Musik. In mitunter kuriosen Anzügen erzählen sie uns skurrile Geschichten in bestem Südstaaten-Englisch. Sie beherrschen aber nicht nur die Show, sondern machen ­gekonnt stilechten Country. Wenn sie «It’s The Devil Who Made Electro Music» singen, ist dies so grossartig überspitzt, dass man es einfach gerne haben muss.

Ophelia's Iron Vest. (Bild: André A. Niederberger)

Ophelia's Iron Vest. (Bild: André A. Niederberger)

Vor der Seebar beim KKL spielen jeden Tag Schüler der Schweizer Musikhochschulen. Das kann mal ziemlich jazzen, oder auch recht poppig sein. Wie etwa beim Tim Hüllstrung Trio (25. Juli, ab 18 Uhr). Der Basler Gitarrist und Sänger hat durchaus ein Händchen für eingängige Melodien.

Zirka drei Töne von der Stimme von J. P. Bimeni 
(26. Juli, 20 Uhr, Pavillon) muss man hören, um begeistert zu sein. Er singt den Soul mit voller Inbrunst und doch klingt nichts davon gepresst oder erzwungen, sondern logisch und fliessend. Dazu schallen fette Bläsersätze und ein knackiges Drum. Es klingt nach dem in der Moderne schwer angesagten Retro-Sound.

Recht krawallig und abgefahren sind The Urban Voodoo Machine, die das Festival im Schweizerhof beschliessen 
(27. Juli, ab 23 Uhr). Die aus London stammende Truppe ­verkleidet sich offensichtlich gerne und würde auch gut in einem Tarantino-Film auf die Bühne passen. Die staubige Rockband verspricht eine lange, schweisstreibende letzte Blue-Balls-Nacht.

The Urban Voodoo Machine. (Bild: PD)

The Urban Voodoo Machine. (Bild: PD)

Hinweis: Der Festivalpin kostet 20 Franken. Für den Eintritt in den Schweizerhof ist er Pflicht. Alle weiteren Infos: www.blueballs.ch.

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