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BLUE BALLS: Ein begnadeter Musiker und Erzähler

Der Ire Damien Rice setzte gestern im KKL einen Glanzpunkt. Er tat dies mit feinen Melodien und derbem Witz.
Damien Rice gestern bei seinem Auftritt im KKL. Er hatte auch nicht jugendfreie Witze auf Lager. (Bild Dominik Wunderli)

Damien Rice gestern bei seinem Auftritt im KKL. Er hatte auch nicht jugendfreie Witze auf Lager. (Bild Dominik Wunderli)

Michael Graber

Zuerst die Überraschung: Der hat noch eine Vorband. Etwas verwundert war gestern wohl die grosse Mehrheit im Weissen Saal des KKL, als statt Damien Rice Mariam The Beliver die Bühne betrat. Die Schwedin spielte ein kurzes Set und vermochte zu gefallen. Wie Rice steht sie allein auf der Bühne, was ja immer ein grosses Wagnis ist. Sie meisterte es tapfer.

Noch drückender

Aber kaum war dann Rice selber da, merkte man den Unterschied vom Newcomer zum Star. Innert Sekunden füllte Rice den Saal auch ganz allein aus. Nie während seines Konzerts vermisste man irgendwelche Musiker, die ihm den Teppich legen. Das kann Rice selber. Sei es mit feinem Gitarrenspiel oder mit Hilfe seines Loopgeräts, das er zuweilen bis zum Überdrehen nutzt.

Damit ist auch klar: Wer nur der feinen Töne – für die Rice ja ab Platte vor allem bekannt ist – wegen gekommen ist, staunte wohl nicht schlecht. Der Ire kann auch ganz schön drücken. Sogar mit Hilfe von Stroboskopen, die den treibenden Sound noch drückender wirken lassen.

Und dann ist Rice auch ein ganz famoser Unterhalter: Er erzählt lange Geschichten über seine Lieder, die meist ausufern und so ein bisschen alles erklären. Die Religion, das Hadern mit sich selber und die Liebe natürlich sowieso. Er hat auch einige Tipps auf Lager, mit Hilfe derer man erkennen könne, ob man wirklich verliebt sei. Auf die genaue Wiedergabe wird an dieser Stelle verzichtet – sie sind nicht ganz jugendfrei, nicht im Ansatz eigentlich, um genau zu sein.

Er strotzt vor Charme

In solchen Momenten ist Damien Rice schlicht genial. Der hat mehr Charme in seinem kleinen Finger als andere Gruppen in der ganzen Band. Er witzelt, wird ernst und parliert in wunderbarstem Irisch über Gott und die Welt. Er vergisst darob die Musik aber nicht. Es ist eindrücklich, wie flexibel seine Stimme ist.

Er kann schreien und singen, kann flüstern und wimmern. Meist nur an der Gitarre steigert er jeden Song nach und nach Richtung Höhepunkt. Es gibt keine einfachen Auflösungen, und nicht immer wählt er die naheliegendste Lösung.

Auf dem Inseli

Kurzum: Das war ein Glanzpunkt dieses Blue Balls. Das sind seine Konzerte eigentlich immer. Er war ja schon mehrfach in Luzern. Beim letzten Mal hat er im Anschluss noch etwas auf dem Inseli weitergespielt. Ob er das gestern auch noch tat, war bis Redaktionsschluss unklar. Zuzutrauen wäre es diesem sympathischen Musiker allemal. Genug Schalk hat er auch.

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