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BLUE BALLS: Jeremy Loops für den Sonnenuntergang, Crystal Fighters für die Nacht

Mit den Crystal Fighters und Jeremy Loops sprach das Blue Balls ein junges Publikum an. Loops überzeugte, während die Party der Crystal Fighters oft etwas verpuffte.
Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 24. Juli 2017

Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 24. Juli 2017

Michael Graber

michael.graber@luzernerzeitung.ch

Irgendwann regnete es drinnen noch ein paar Bälle auf das Publikum nieder. Es war einer von vielen Zuckergüssen im sonst schon komplett überzuckerten Konzert der Crystal Fighters. Davor schwangen die beiden Sängerinnen auch schon überdimensionierte Fahnen, trugen dabei wilde Kostüme, und es wurde fleissig getrommelt, gestampft und geklopft, als stehe das Safri Duo unter starkem Drogeneinfluss auf der Bühne.

Eine «High Energy Party» hatte Festivaldirektor Urs Leierer vor dem Auftritt des Kollektivs am Montagabend versprochen. Irgendwie stimmte das auch. Es hatte kräftig Dampf und Power. Stellenweise war es aber fast schon überpowert, und die Kraft verpuffte. Der wilde Soundmix aus Elektro, Pop, World und geschätzten hundert Stilen mehr verfehlte seine Wirkung aber nicht: Es wurde munter getanzt im ordentlich gefüllten Luzerner Saal. Grossen Nachhall wird der Auftritt der Musiker aber nicht haben. Das war eine Party, und im allgemeinen Stroboskop-Gewitter gehen halt manchmal die Feinheiten unter. Wir hätten uns gewünscht, dass die «High Energy» etwas besser kanalisiert wird. Dadurch hätte aus dem Konzert der Crystal Fighters ein Feuerwerk werden können – so blieb es nur eine Ansammlung von vielen knalligen Musik-Raketen.

Alle sind sehr bewegt

Deutlich detailverliebter war der Auftritt von Jeremy Loops im Anschluss. Der Südafrikaner (mit Schweizer Wurzeln, wie er immer wieder betonte) ist gerade schwer angesagt – eben erst war sein Konzert in der Luzerner Schüür restlos ausverkauft. Mit kleiner Band, einer Loopstation (gerade sehr angesagt) und einer ansteckenden Begeisterung hat Loops das erfreulich junge Publikum schnell im Sack. Alles und alle sind sehr bewegt. Irgendwie, so denkt man sich, ist das der Soundtrack für all jene, die nach der Kanti «etwas reisen» gingen und gerne daran zurückdenken. Das klingt nach entlegenen Stränden, vielen Träumen und auch ein bisschen nach Ferienflirt. Gerade wenn draussen der Schweizer Juli wieder sein Unwesen treibt, ist das ja eigentlich eine schöne Vorstellung.

Aber Loops’ Sound bleibt auch oft an der Oberfläche. Sein folkiger Wucht-Pop fährt zwar in die Beine und man kann auch sehr gut dazu rumhüpfen, eine zusätzliche Tiefe erhält das Konzert aber nur selten. Alles lebt von Loops, der singt, rappt und mit vollem Einsatz seine Songs präsentiert. Der 31-Jährige hat viel Charme und eine ungeheure Präsenz. Wo bei den Crystal Fighters die Kraft irgendwo im Saal verpuffte, schafft es Loops, den Druck über das ganze Set hochzuhalten.

Loops für den Sonnenuntergang

Um halb zwölf Uhr ist dann alles vorbei. Loops bedankt sich artig und verspricht, bald wieder zu kommen. Eigentlich ist es fast schade, dass man die beiden Acts nicht in umgekehrter Reihenfolge spielen liess. Nach dem Konzert von Loops wäre das Publikum eher auf der Betriebstemperatur für die Crystal Fighters gewesen. Loops für den Sonnenuntergang, Crystal Fighters für die Nacht. Das wäre doch eine «High Energy»-Mischung gewesen.

Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 24. Juli 2017

Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 24. Juli 2017

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