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BLUE BALLS LUZERN: James Arthur vergoss kübelweise Charme

Mit James Arthur holte das Festival einen Castingshow-Sieger nach Luzern. Das gefiel durchaus. Irritationen gab es aber auch.
Michael Graber
Bewies seinen typischen britischen Humor: James Arthur im Luzerner Saal. (Bild: Nadia Schärli)

Bewies seinen typischen britischen Humor: James Arthur im Luzerner Saal. (Bild: Nadia Schärli)

Laura Mvula (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
The Temperance Movement (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Rapper Kool Savas (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Corinne Bailey Rae (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Sängerin Katie Melua während ihrem Konzert am Donnerstag am Blue Balls Festival. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Der britische Sänger-Songwriter Jamie Lawson trat am Donnerstag auf. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Andrea Corr von der irischen Popband "The Corrs". (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Seal (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Seal (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Kwabena Sarkodee Adjepong alias Kwabs aus Grossbritannien (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Charles Bradley im Luzernersaal des KKL (Bild: Philipp Schmidli)
Ein Graffiti-Künstler beim KKL (Bild: Philipp Schmidli)
Charles Bradley im Luzernersaal des KKL (Bild: Philipp Schmidli)
Stimmungsbild vom Blue Balls Festival 2016 (Bild: Philipp Schmidli)
Sängerin und Songwriterin Ala.Ni aus London spielt im Konzertsaal des KKL. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Ty Taylor und seine Kollegen von der amerikanischen Band Vintage Trouble treten im Luzerner Saal des KKL auf. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Ty Taylor von der amerikanischen Band Vintage Trouble singt während des Konzerts auch in ungewöhnlicher Manier. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Steven Wilson im KKL (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Ihr «Stolen Dance» katapultierte sie in die Herzen und Köpfe der Menschen: Milky Chance. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Nochmal Milky Chance: Clemens Rehbein. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Die US-amerikanische Sängerin Zola Jesus während ihres Konzerts vom Montag, 25. Juli, im KKL. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Lilly Hates Roses spielt vor dem KKL. (Bild: Nadia Schärli)
X-Factor-Gewinner 2012 James Arthur, ganz cool mit Brille. (Bild: Nadia Schärli)
Nochmal James Arthur, dem mit «Impossible» der Durchbruch gelang. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
East Cameron Folk spielt beim Pavillon. (Bild: Nadia Schärli)
Seinaba Sey aus Schweden im Luzernersaal. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Soley aus Island (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die schottische Sängerin Kate Victoria Tunstall (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Konzert von Verena von Horsten beim Pavillon (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Konzert der französischen Band Air mit Sänger Jean-Benoît Dunckel im Luzerner Saal des KKL (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Konzert der französischen Band Air mit Sänger Jean-Benoît Dunckel im Luzerner Saal des KKL (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Konzert der französischen Band Air mit Sänger Jean-Benoît Dunckel im Luzerner Saal des KKL (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die britische Sängerin Shura (24) bei ihrem Eröffnungskonzert im KKl. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Konzert am Blue Balls Festival im KKL Luzernersaal von Shura. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Konzert am Blue Balls Festival im KKL Luzernersaal von Shura. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ))
Ibeyi, das fränzösisch-kubanische Duo singt beim Konzert am Blueballs Festival (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Die Band Faber eröffnet die Blueballs Konzertserie im Pavillon. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Ausgelassene Stimmung vor dem Pavillon. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Ausgelassene Stimmung vor dem Pavillon (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Yael Hodel verkauft Festival-Pins (Bild: Philipp Schmidli)
Claudia Wehrle arbeitet an einer Bar am Blue Balls (Bild: Philipp Schmidli)
Verkaufsstände beim Schweizerhof. (Bild: Nadia Schärli)
42 Bilder

Blue Balls Festival in Luzern

Ohne jeden Zweifel: Das war ein Frauenabend. Die grosse Mehrheit des Publikums am Sonntagabend im Luzerner Saal war weiblich. Kein Wunder: Auf der Bühne stand James Arthur. Der ist mindestens so sehr Sänger, wie Mädchenschwarm.

Arthur hat 2012 die englische Casting-Sendung «The X Factor» gewonnen. Im Gegensatz zu anderen Castingsternchen hat es Arthur geschafft, dass sein Stern nicht rasch wieder verglüht, sondern weiter leuchtet. Das ist erstaunlich, zumal sein letztes reguläres Album vor vier Jahren erschienen ist – für dieses Jahr hat er einen Nachfolger angekündigt, bisher noch ohne Veröffentlichungsdatum.

«Habt ihr Kaviar da oben?»

So pflügt sich der grossflächig tätowierte Brite durch grösstenteils älteres Material. Er würzt dies mit einer Coverversion eines Justin-Bieber-Songs («Love Yourself»). Und natürlich mit Charme. Davon hat Arthur kübelweise zum Vergiessen. Zusammen mit modischer Kleidung (zu langes T-Shirt, zu kurze Lederjacke) wird da manches Knie im Publikum etwas weicher.

Was ihn beim Auftritt im KKL aber auch auszeichnet, ist sein trockener, britischer Humor: «Wie geht es euch da oben auf dem Balkon?», fragt er, «ich habe gehört ihr seid die mit mehr Geld. Gibt es Kaviar bei euch?». Das wirkt spontan, ehrlich und erfrischend in der fein geschliffenen Popwelt.

Den über 1000 Konzertbesuchern gefällt es sowieso. Sein Pop wirkt live eine gute Portion roher und direkter als auf CD. Zusammen mit Band kann Arthur auch recht grooven. Singen natürlich sowieso: Auch Castingshows gewinnt man nicht nur mit dem Aussehen. Er beherrscht die grossen Gesten, wenn er mit viel Kraft über die Liebe singt, in seiner Stimme liegt viel Soul, und auch in den höheren Lagen bleibt er souverän. Arthur kann aber auch vorzüglich rappen, das hätte er in Luzern durchaus noch einige Male mehr machen dürfen.

Leichtes Misstrauen

Was dagegen irritierte, waren die Backing-Vocals ab Band. Da hörte man Frauen singen, sah aber auf der Bühne nur vier Männer. Fast automatisch beginnt man der ganzen Show ein bisschen zu misstrauen: Wenn schon diese Stimmen Playback kommen, was ist dann überhaupt noch live? Das ist schade, da der Rest wirklich grundsolide ist und überhaupt nicht so wirkte, als brauche es noch zusätzliche Elemente ab Band. Gerade das Unperfekte macht viel vom Reiz an James Arthur aus.

Wenig Nachhall

Seis drum: Spätestens wenn er «Impossible» (mit diesem Shontelle-Cover hat er «X Factor» gewonnen) singt, denkt man da nicht mehr dran. Arthur kann in diesen Popsong wahnsinnig viel Ausdruck legen. Das gelingt ihm auch, wenn die Band die Instrumentierung reduziert und akustischer klingt.

Darüber hinwegtäuschen, dass James Arthur ein typischer Pop-Act ist, kann aber auch das nicht. Das ist alles gut und klappt für einen Abend. Lange nachwirken kann das Konzert aber nicht. Aber vielleicht kann das Arthur ja mit seiner kommenden Platte ändern.

Michael Graber

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